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Ziel aktueller Forschung ist die Prävention von Typ-1-Diabetes

Neue Therapien sollen die Autoimmunkrankheit Typ-1-Diabetes stoppen, Betazellen schützen und ihnen bei der Regeneration helfen. Das berichtet das Helmholtz Diabetes Center.

(München, 15.11.2021) - Mit Insulin als Arzneimittel konnten Kinder mit Typ-1-Diabetes vor hundert Jahren erstmals vor dem frühen Tod bewahrt werden. Heute wird erforscht, ob der Erkrankung bei gefährdeten Kindern vorgebeugt werden kann, wie Professor Heiko Lickert und Dr. Carolin Daniel vom Helmholtz Diabetes Center (HDC) in einer Mitteilung des HDC berichten.

Entscheidend dafür ist, gefährdete Kinder zu finden, die sich vielleicht schon in einem symptomlosen Frühstadium der Erkrankung befinden. So werden zum Beispiel 2- bis 10-Jährige in Bayern in der Studie Fr1daplus auf solche Stadien getestet, berichtet das Helmholtz Center in der Mitteilung.

Immuntherapie mit Insulin wird geprüft

Daniel forscht an insulinspezifischen Immuntherapien. Insulin ist in der Pathogenese von Typ-1-Diabetes ein Ziel autoagressiver Antikörper, dies leistet der Zerstörung der Betazellen Vorschub. Geprüft wird eine Immuntherapie mit Insulin, um den Körper an das Hormon zu gewöhnen und so eine Immuntoleranz zu erzielen. Auch werden neue mRNA-Impfstoffe entwickelt, die das Immunsystem auf die Akzeptanz von Insulin trainieren. Weitere Möglichkeiten könnten sich aus der Kombination insulinspezifischer Immuntherapien und immunadaptierender Wirkstoffe ergeben.

Lickert erforscht Möglichkeiten, um funktionelle Betazellen zu schützen oder zu regenerieren. Mithilfe von Einzelzellgenomik, Bioinformatik und KI-Analysen hat sein Team den „Inceptor“ getauften Rezeptor als Therapie-Ansatz bei Diabetes entdeckt. Der Rezeptor sitzt auf insulinproduzierenden Betazellen des Pankreas und schirmt diese gegen Insulin ab. Damit trägt der Rezeptor zur Regulation der Insulinproduktion bei. Das Team hat einen Weg gefunden, den Rezeptor bei Mäusen gezielt zu hemmen und so die Insulinproduktion wieder anzukurbeln.

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/