Wie schädlich Übergewicht ist, bestimmen auch die Gene
Trotz Adipositas: Bestimmte Gene schützen vor Diabetes und Herzkrankheiten
(26.1.2022) - Warum manche Menschen mit starkem Übergewicht relativ gesund bleiben, während andere lebenslange Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herzleiden entwickeln, konnte nun ein englisches Forschungsteam herausfinden. Offenbar besitzen manche Menschen eine vorteilhafte Genetik, die sie im Fall von Adipositas vor den krankhaften Folgen auf den Stoffwechsel schützt.
Forschende der University of Exeter fanden heraus, dass einige Menschen Gene besitzen, die sie teilweise vor den schädlichen Folgen von Adipositas schützen. Diese Personen bleiben trotz starkem Übergewicht relativ gesund, im Vergleich zu anderen Menschen in der gleichen Gewichtsklasse. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem Fachjournal „eLife“ vorgestellt.
Hoher BMI ist nicht bei allen Menschen gleich schädlich
Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 gilt eine Person als adipös. Dieses ungünstige Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergröße gilt allgemein als ungesund und wird als Risikofaktor für zahlreiche Volkskrankheiten wie beispielsweise Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes gewertet. Doch laut der aktuellen Untersuchung an der University of Exeter scheint ein hoher BMI nicht bei allen Personen gleich schädlich zu sein.
Gene entscheiden, wo Fett im Körper gespeichert wird
Laut der Arbeitsgruppe hängen die gesundheitlichen Folgen vor allem davon ab, wie das Fett am Körper verteilt ist. Fett, das unter der Haut gespeichert ist, sei weniger schädlich als Fett, welches sich um Organe wie Leber und Herz ansammelt. Wo das Fett gespeichert wird, hänge wiederum überwiegend von den Genen ab. Die Forschenden unterscheiden erstmals zwischen einer „günstigen“ und „ungünstigen“ Adipositas.
„Manche Menschen haben ungünstige Fettgene, das heißt, sie speichern überall mehr Fett, auch unter der Haut, in der Leber und in der Bauchspeicheldrüse“, bestätigt Forschungsleiterin Dr. Hanieh Yaghootkar. Andere Personen haben ihr zufolge mehr Glück. Sie besitzen Gene, die dafür sorgen, dass das Fett vermehrt unter der Haut und weniger an den Organen angelagert wird. Diese Personengruppe habe folglich bei Adipositas ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Krankheiten wie Typ-2-Diabetes.





