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WHO gibt sich erstmals Diabetes-Ziele

Adipositas und Diabetes genossen bei der jüngsten Weltgesundheitsversammlung in Genf große Aufmerksamkeit. Signalwirkung sollen aber auch die geänderten Internationalen Gesundheitsvorschriften entfalten.

(Genf, 30.5.2022) - Adipositas und Diabetes, neurologische Erkrankungen, HIV, virale Hepatitis, nosokomiale Infektionen, Antibiotikaresistenzen, aber auch klinische Studien – die Delegierten der 75. Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly/WHA), dem höchsten Entscheidungsgremium der WHO, haben in Genf bis Samstag eine umfassende Agenda abgearbeitet inklusive vieler neuer Berichte, Initiativen und Programmen.

Fernab der Affenpocken beschäftigten sich die Delegierten unter anderem mit:

Diabetes: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte haben sich die WHA-Delegierten darauf geeinigt, die Schaffung globaler Ziele zur Diabetesbekämpfung anzugehen. Die Ziele sind integraler Bestandteil von Empfehlungen zur Stärkung und Überwachung nationaler Diabetesstrategien – viele Länder verfügen noch nicht einmal über eine solche, Deutschland hat seine erst 2019 verabschiedet.

Die WHO adressiert als Ziele, bis zum Jahr 2030 sicherzustellen, dass 80 Prozent der Diabeteserkrankten diagnostiziert sind, 80 Prozent der diagnostizierten Diabetiker ihre Glykämien und ihren Blutdruck gut unter Kontrolle haben, 60 Prozent der Diabetiker über 40 Jahre Statine rezeptiert bekommen sowie ausnahmslos alle Typ-1-Diabetiker Zugang haben zu bezahlbarem Insulin und zu Blutzuckerselbstüberwachungssystemen.

Adipositas: Um der starken Zunahme der Adipositas-Prävalenz bei den Unter-5-Jährigen, Heranwachsenden sowie Erwachsenen bis 2025 Einhalt zu gebieten und alle Arten von Fehlernährung bis 2030 zu eliminieren, hat die WHA neue Empfehlungen zur Prävention und zum Management der Fettleibigkeit verabschiedet.

Demnach soll die Aufnahme freier Zucker sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf maximal zehn Prozent Anteil an der gesamten Nahrungsaufnahme reduziert werden. Abhilfe schaffen gegen Adipositas soll auch eine Stillquote bei Säuglingen bis zu sechs Monaten von 70 Prozent sowie die Reduzierung der Quote sportlich inaktiver Menschen auf 15 Prozent. Die WHO habe schon einen Plan in der Tasche, um die Mitgliedstaaten bei ihren Anstrengungen zur Adipositasbekämpfung zu unterstützen, hieß es in Genf.

Neurologische Erkrankungen: Bis zum Jahr 2031 soll sich nach dem Willen der WHA-Delegierten vor allem in puncto Prävention und Vermeidung frühzeitiger Todesfälle im Kontext mit Epilepsie, Insult, Migräne, Demenz und Meningitis weltweit mehr tun. Entsprechende Ziele sind in einem akklamierten globalen und sektorübergreifenden Aktionsplan hinterlegt, im Zuge dessen der Zugang betreffender Patienten zur adäquaten medizinischen Diagnostik und Behandlung gestärkt werden soll. Besonders die Gesundheitssysteme in Ländern mit niedrigem und mittlerem Durchschnittseinkommen sollten die neurologischen Erkrankungen inklusive der mentalen Gesundheit über die gesamte Lebensspanne hinweg stärker in den Fokus rücken, so die WHO.

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