Wer lange sitzt, den trifft eher der Schlag
Forscher der Staatliche Universität in San Diego sind der Frage nachgegangen, ob sitzende Tätigkeit, wie sie zunehmend die westliche Arbeitswelt prägt, ein unabhängiger Risikofaktor für einen Schlaganfall ist. Sie haben dazu bei rund 7600 Probanden ab 45 Jahren mit einem Beschleunigungssensor über sieben Tage hinweg erfasst, wie viel Zeit pro Tag sie sitzend und wieviel Zeit sie mit leichter oder moderater bis intensiver körperlicher Tätigkeit verbrachten. Sieben Jahre lang wurde anschließend beobachtet, wie häufig in dieser Gruppe ein Schlaganfall auftrat und ob sich ein Zusammenhang mit der täglichen Bewegung erkennen ließ.
Insgesamt hatten sich in dieser Zeit 286 Schlaganfälle ereignet, davon gingen 244 (85 %) mit einer Durchblutungsmangel (Ischämie) einher. Es zeigte sich dann bei der weiteren Auswertung – fast erwartbar –, dass sowohl leichte als auch mittlere bis starke körperliche Aktivitäten mit einem geringeren Schlaganfallrisiko verbunden waren. Deutlich wurde auch: Mit jeder einstündigen Bewegungseinheit pro Tag nahm es um 14% ab. Neu und interessant war, dass umgekehrt sowohl die tägliche Sitzzeit insgesamt als auch die Dauer der jeweiligen „Sitzeinheiten“ ungünstig auf das Schlaganfallrisiko wirkten. So ließ sich ein höherer Anteil an sitzender Tätigkeit mit einem 44 % höheren Risiko für einen Schlaganfall in Verbindung bringen. Und es stieg um 14 % pro täglicher Stunde Sitzen.
Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Untersuchung, dass sich das Schlaganfallrisiko somit deutlich verringern lässt, wenn a) mehr Zeit mit körperlicher Aktivität – insbesondere mit moderater Intensität – verbracht wird und wenn b) weniger Zeit mit sitzender Tätigkeit – insbesondere längeren Sitzeinheiten – verbracht wird.
Quelle: https://www.herzstiftung.de/





