Wenn Diabetes auf die Lunge geht
Luftnot muss nicht von Herzproblemen kommen. Manchmal steckt auch die Zuckerkrankheit dahinter. Doch Sie können etwas tun.
Ein, aus, ein, aus … So geht das Tag und Nacht, der Brustkorb hebt und senkt sich. Meist atmen wir ganz automatisch und denken nicht viel darüber nach. Erst wenn wir den Atem kontrollieren müssen, zum Beispiel beim Schwimmen unter Wasser, oder wenn uns das Luftholen schwerfällt, wird uns bewusst, wie wichtig unsere Lungen sind.
(7.3.2022) - Menschen mit Diabetes klagen öfter über Luftnot und Kurzatmigkeit. Besonders bei Typ-2-Diabetikern treten bestimmte Lungenerkrankungen öfter auf als bei Gleichaltrigen ohne Diabetes. „Sie erkranken häufiger und schwerer, die Krankheit nimmt oft einen schnelleren Verlauf“, erklärt Dr. Stefan Kopf von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg. Viele Menschen mit Typ 2 haben außerdem Übergewicht. Das beeinträchtigt die natürliche Atemmechanik: Das Zwerchfell kann sich nicht ganz ausdehnen, was ebenfalls zu einer Lungenfunktionsstörung führt.
Lungenfibrose bei Diabetes häufiger
Unter Stefan Kopfs Leitung hat ein Forscherteam 255 Patienten auf Veränderungen der Lunge untersucht. Darunter waren Menschen mit langjährigem, aber auch mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes, mit Prädiabetes – einem Vorstadium mit erhöhten Blutzuckerwerten – und eine Vergleichsgruppe ohne Diabetes. Das Ergebnis: 27 Prozent der Studienteilnehmer mit langjährigem Diabetes, 20 Prozent der kürzlich diagnostizierten Typ-2-Diabetiker und neun Prozent derjenigen mit Prädiabetes hatten eine Lungenfibrose entwickelt.





