Vorsicht mit Kalziumpräparaten bei Diabetes?
Ob die regelmäßige Einnahme von Kalziumpräparaten sich nachteilig auf das Herz-Kreislauf-Risiko auswirkt, könnte von Begleiterkrankungen abhängen. Bei Diabetes ist möglicherweise Vorsicht geboten.
(13.9.2023) - Für Menschen mit per se erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko, etwa aufgrund einer Aortenstenose oder einer Niereninsuffizienz, gibt es dagegen aus kleineren Studien Hinweise auf nachteilige kardiovaskuläre Effekte der Supplementation.
Ein Forschungsteam aus Wuhan und Boston warnt nun, dass dies auch für Menschen mit Diabetes zutreffen könnte (Diabetes Care 2023; online 28. Juli): In einer großen prospektiven Kohorte waren bei Diabeteskranken, die regelmäßig Kalzium ergänzten, die kardiovaskuläre Ereignisrate und die Mortalität erhöht.
Umfangreiche Adjustierung für Störfaktoren
Das Team um Zixin Qiu von der Huazhong-Universität in Wuhan hat Daten der UK Biobank ausgewertet. Unter den mehr als 430.000 Teilnehmenden (Durchschnittsalter 56 Jahre, Frauenanteil 55 Prozent), die initial frei von kardiovaskulären Erkrankungen waren, hatten fast 22.000 einen Diabetes. Von ihnen gaben rund sieben Prozent an, regelmäßig Kalziumpräparate einzunehmen, von den Personen ohne Diabetes waren es 5 Prozent. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Median acht Jahre mit Blick auf kardiovaskuläre Ereignisse und elf Jahre für Todesfälle.
Nach umfangreicher Adjustierung für Faktoren wie Alter, Lebensstil und Gesundheitszustand war eine regelmäßige Kalziumsupplementation bei Diabeteskranken mit einem um 34 Prozent höheren Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie einer um 67 Prozent höheren kardiovaskulären und um 44 Prozent höheren Gesamtmortalität assoziiert.
Nahezu identische Ergebnisse traten zutage, wenn jeweils einer Person mit Kalziumsupplementation vier passende Personen ohne Supplementation gegenübergestellt wurden (Propensity Matching). Bei den Teilnehmern ohne Diabetes waren keine solchen Zusammenhänge zu erkennen.