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Vom Patient zum Erfinder - Mit "Künstlicher Intelligenz" den Diabetes im Griff

(Deutschland, 22.3.2021) - Thomas Wuttke, Unternehmensberater aus Leipzig, ist seit 25 Jahren Diabetiker mit Typ 1. Sein Arzt prophezeit ihm: "Wenn du so weitermachst, erlebst du das 65. Lebensjahr nicht." Dieser Satz löst einen Denkprozess aus, der in einer Unternehmensgründung mündet.

Funktionierende Systeme für Mäuse in der Nacht

Thomas Wuttke ist sie leid, die ständigen Achterbahnfahrten seines Blutzuckers. Er beschreibt sie wie einen Dauerlauf, der einfach nicht endet. Das zehrt an den Kräften und Nerven. Mit seiner Erkrankung kennt er sich gut aus, kümmert sich intensiv und trotzdem liegt sein Durchschnittsglukosewert, der sogenannte HbA1c, bei über neun Prozent. Viel zu hoch.

Thomas Wuttke kommt dahinter, dass es an der falschen Insulindosis liegen muss. Die meisten Apps und Systeme (wie Pumpen), die es auf dem Markt gibt, funktionieren mit einem Dreisatz, bei dem der Blutzucker in die Berechnung einbezogen wird, die Menge der Kohlenhydrate und der ganz individuelle Mahlzeitenfaktor. Diese Berechnung sei aber nur für Mäuse in der Nacht geeignet, aber nicht für Menschen am Tag, meint der 55-Jährige.

Schließlich untersucht er in einer Forschungsarbeit mit der Uni Ilmenau bestehende Algorithmen, die es zur Insulinberechnung gibt, mit dem Ergebnis: Allesamt sind viel zu ungenau. Ein Beispiel: Bewegung, Hormone, Stress und viele weitere Faktoren haben Einfluss auf den Stoffwechsel und somit den Blutzuckerhaushalt. Die berechnete Insulindosis kann also mal stimmen, mal aber zu Über- oder Unterzucker führen.

Experten an Bord

Thomas Wuttke holt sich Dr. Markus Oehme, Experte auf dem Gebiet der Mathematik und Informatik, ins Boot. Die beiden entwickeln die Diabetes-App "DIAfyt". Diese arbeitet mit einer Künstlichen Intelligenz und lernt mit ihrem Nutzer. Markus Oehme versucht für Laien zu erklären, was die App kann: "Man könnte einem Diabetiker, wenn er etwas essen möchte, nicht zumuten 100 verschiedene Parameter in die App einzugeben, um die Insulindosis zu berechnen. Unsere App macht das im Hintergrund. Man muss sie mit nur wenigen Daten füttern, aber regelmäßig, damit die KI sich auf den Nutzer einstellt."

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