Typ-2-Diabetes: Therapie im Wandel
Die Zahl der Diabetespatienten wächst. Die der Antidiabetika auch. Es ist daher gar nicht so einfach, bei den ganzen Alternativen und Darreichungsformen auf dem Laufenden zu bleiben.
(25.10.2021) - In den vergangenen Jahren hat sich in der pharmakologischen Diabetestherapie einiges getan. Derzeit viel berichtet wird über SGLT2-Hemmer und GLP1-Rezeptoragonisten. Doch es gibt weitere Hoffnungsträger, schreiben Professor Dr. Michael Nauck, Diabetologe am Katholischen Klinikum, St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum, und seine Kollegen.
Nachteil der peptidbasierten GLP1-Rezeptoragonisten war bisher die subkutane Verabreichung. Mittlerweile existiert eine orale Variante von Semaglutid. Die Anwendung erfordert aufgrund der bisher noch niedrigeren Bioverfügbarkeit etwas Disziplin: Einnahme mit einem Glas Wasser (120 ml) auf nüchternen Magen. In den folgenden 30 min sollten weder Flüssigkeit oder Nahrung konsumiert noch andere Medikamente eingenommen werden. Die Effekte auf Zucker und Gewicht ähneln denen der einmal wöchentlichen Injektion.
Außerdem gibt es präklinische Studien zu Small Molecules, die mit dem GLP1-Rezeptor interagieren und somit ebenfalls problemlos oral verfügbar wären. Auf der anderen Seite stehen die Überlegungen, direkt subkutane GLP1-Depots anzulegen, um eine stabile Plasmakonzentration zu erreichen.
Warum nur an einer Stellschraube drehen?
Auch 100 Jahre nach der Einführung von Insulin ist dessen Geschichte nicht auserzählt. Die Erwartungen an das „smarte“ Insulin (siehe Kasten) sind groß. Parallel erhofft man sich von Wirkstoffen, die an mehreren Stellschrauben gleichzeitig ansetzen, bessere Effektivität.





