Tom Hanks: Dick im Geschäft
Bei Hollywood-Star Tom Hanks ist Diabetes diagnostiziert worden. „Ich bin zum Arzt gegangen und der hat gesagt: „Sie wissen von diesem hohen Blutzucker, mit dem sie sich herumschlagen, seit Sie 36 sind? Sie sind aufgestiegen. Sie haben Typ-2-Diabetes, junger Mann“, sagte der 63-Jährige in der US-Talkshow von David Letterman. Die Krankheit sei aber derzeit „kontrollierbar“.
Hanks will keine Diät machen
Der Arzt legte Hanks eine ernste Diät nahe, wenn er geheilt werden wolle. Doch anscheinend ist Abnehmen keine Option für ihn. „Man sagte mir: „Wenn du wieder das wiegen kannst, was du einst in der High School gewogen hast, könntest du auch wieder komplett genesen.“ Ich erwiderte ohne zu zögern: ´Dann werde ich wohl weiter mit der Diabetes-Erkrankung leben´“, führt der zweifache Oscar-Preisträger weiter aus.
Für die Kunst gibt er alles
Auf seine immense Hingabe in puncto Gewichtsab- und Zunahme für Filmrollen angesprochen, scherzte der Topstar schon vor Jahren: „Das macht sicherlich keinen Spaß, aber für die Kunst gibt man ja alles“.
Im Film „Cast Away – Verschollen“ spielte er einen Mann „der von der Zivilisation fett gefüttert wurde“. Als dieser nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel strandet, magert er ab. 20 Kilogramm hungerte Hanks sich für die Rolle innerhalb kürzester Zeit ab.
Das war jedoch bei weitem nicht seine erste Crash-Diät. Bereits 1993 mergelte er für seine Rolle des an AIDS erkrankten Anwalts Andrew Beckett völlig aus. 13 Kilogramm nahm er innerhalb des Films ab. Sobald die letzte Klappe zum Film fiel, passierte jedoch Folgendes:
„Ich habe eine Woche lang in Eiscreme, Sahne und Chips gebadet. Gott, dieses Gefühl, endlich wieder essen zu können, ist einfach himmlisch. Sie müssen verstehen, dass in mir eine fette Person lebt, die gerne raus gelassen werden möchte.“
Der Jo-Jo-Effekt fordert nun jedoch offenbar seinen Tribut. „Meine Arzt hat mir gesagt, dass die Krankheit von allein verschwinden würde, wenn ich mein Gewicht aus Zeiten meiner Highschool wiedererlangen könnte. Daraufhin sagte ich ihm, dass das nie im Leben passieren würde. Ich wog damals nur knapp 45 Kilogramm.“
Übergewicht kann tatsächlich die Ursache einer Diabetes-Erkrankung sein. Doch auch immense Gewichtsschwankungen können den Körper anfällig machen, erklärt Ernährungsexpertin Dr. Holly Phillips. „Tom Hanks muss jetzt auf sich achten. Er sollte sich gesund ernähren und regelmäßig Sport treiben.“ Die „fette Person”, die in Toms Brust wohnt, wird das sicherlich gar nicht gerne hören.
Forrest Gump: Erfinder des Joggens
Ein Ausnahmetalent in Sachen Sport ist Tom Hanks nur für eine Filmrolle: Forrest Gump. Gumps Biografie besteht aus einer Abfolge von überraschenden Fügungen. Als er von einigen Jungen aus der Nachbarschaft mit Fahrrädern gejagt wird, zeigt sich, dass er seine Beinschienen gar nicht braucht und ein ausgezeichneter Läufer ist. Diese Fähigkeit kommt ihm mehrmals in seinem Leben zugute. Schlussendlich erfindet er im Film das Joggen.
Hollywoods großes Fressen für die Rollen
In der Glitzerwelt von Hollywood regiert das eiserne Diktat der Topfigur. Übergewicht ist dort eine darstellerische Disziplin. Aber wieso gibt es kaum dicke Schauspieler, während die Rolle eines Übergewichtigen nicht selten mit einem Oscar belohnt wird?
Als James Bond 1964 gegen Auric Goldfinger antrat, sah sich der von Sean Connery verkörperte Superagent einem Herrn mit Wohlstandsbauch gegenüber. Gert Fröbe war eindeutig übergewichtig - und niemand nahm Anstoß daran.
Heute dokumentieren Paparazzi nicht nur jede Abweichung eines Darstellers vom Idealgewicht. Das Zunehmen vor - und fast mehr noch das Abnehmen nach - einer Rolle wird zum öffentlichen Schauspiel neben dem Schauspiel. Über den roten Teppich geht man dann zur Premiere seines Films selbstverständlich wieder gertenschlank. Warum ist das so? Was hat sich in den Jahrzehnten seit Goldfinger geändert?
Grundsätzlich gibt es in Hollywood-Filmen drei Arten übergewichtiger Filmfiguren: solche, bei denen aufpolsternde Ganzkörperanzüge, sogenannte Fatsuits, zum Einsatz kommen. Solche, für die ein Darsteller eigens zunimmt. Und schließlich solche, die von tatsächlich Übergewichtigen gespielt werden.
Übergewicht wird in Hollywood nicht als körperliche Eigenschaft belohnt, sondern als darstellerische Leistung. Im gleichen Maße, in dem - parallel zur gesamtgesellschaftlichen Gewichtszunahme - in Hollywood die Nachfrage nach übergewichtigen Schauspielern sank, stieg das Renommee übergewichtiger Filmcharaktere. Dick sein wird abgelehnt, einen Dicken zu spielen hingegen gefeiert.
Gewichtsabnahmen für Filme werden demgegenüber eher gering geschätzt. Vielleicht weil Unter- im Gegensatz zu Übergewicht fast nie harmloser wirkt, als es ist. Als IRA-Häftling im Hungerstreik verlor Michael Fassbender für Hunger über 18 Kilo und Christian Bale für The Machinist 28 Kilo. Als ausgemergeltes Psychowrack wog Bale nur noch 54 Kilo. Hätten seine Ärzte es ihm nicht verboten, hätte er sich auch bis auf unter 50 Kilo gehungert.
Biografie Tom Hanks
Nach eigenen Angaben kommt Tom Hanks aus „zerrütteten Familienverhältnissen“. Seine Eltern, Amos Hanks und Janet Frager, ließen sich früh scheiden, und er wuchs mit seinen Geschwistern Sandra und Lawrence bei seinem Vater und wechselnden Stiefmüttern auf, während der jüngere Bruder Jim Hanks bei der Mutter blieb.
1978 heiratete Hanks die Schauspielerin Samantha Lewes, 1987 wurde die Ehe geschieden. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor, Colin (1977) und Elizabeth (1982). Samantha Lewes starb 2002 an Knochenkrebs. Im April 1988 heiratete Hanks erneut. Mit der Schauspielerin Rita Wilson hat er zwei Söhne (4. August 1990 und 26. Dezember 1995). Hanks brachte zudem seine ersten zwei Kinder mit in die Ehe. Vor seiner Heirat konvertierte er zur griechisch-orthodoxen Kirche.
Filmografie (Auswahl)
1980 - Panische Angst
1982 - Hilfe wir werden erwachsen
1982 - Labyrinth der Monster
1984 - Splash – Eine Jungfrau am Haken
1984 - Bachelor Party
1985 - Alles hört auf mein Kommando
1985 - Der Verrückte mit dem Geigenkasten
1986 - Nothing in Common – Sie haben nichts gemein
1986 - Geschenkt ist noch zu teuer
1986 - Liebe ist ein Spiel auf Zeit
1987 - Schlappe Bullen beißen nicht
1988 - Big
1988 - Punchline - Der Knalleffekt
1989 - Meine teuflischen Nachbarn
1989 - Scott & Huutsch
1990 - Fegefeuer der Eitelkeiten
1990 - Joe gegen den Vulkan
1992 - Eine Klasse für sich
1992 - Flug ins Abenteuer
1993 - Schlaflos in Seattle
1993 - Philadelphia
1994 - Forrest Gump
1995 - Apollo 13
1996 - That Thing You Do! (Regie)
1998 - Der Soldat James Ryan
1998 - e-m@il für Dich
1999 - The Green Mile
2000 - Cast Away – Verschollen (Cast Away)
2001 - Band of Brothers (Produktion)
2002 - My Big Fat Greek Wedding (Produktion)
2002 - Road to Perdition
2002 - Catch Me If You Can
2004 - Elvis Has Left the Building
2004 - Ladykillers
2004 - Terminal
2004 - Der Polarexpress
2004 - Connie und Carla (Connie and Carla) (Produzent)
2006 - The Da Vinci Code – Sakrileg
2006 - Starter for Ten (Produzent)
2006 - Lucas der Ameisenschreck (The Ant Bully) (Produzent)
2007 - Evan Allmächtig (Evan Almighty) (Produzent)
2007 - Der Krieg des Charlie Wilson
2008 - The Great Buck Howard
2009 - Illuminati
2009 - My Big Fat Greek Summer (Produzent)
2010 - The Pacific (Produzent)
2010: Toy Story 3 (Stimme von Cowboy Woody)
2011: Larry Crowne (Regie, Drehbuch, Ausführender Produzent und Hauptdarsteller)
2011: Extrem laut & unglaublich nah (Extremely Loud & Incredibly Close)
2012: Cloud Atlas