Süße Knolle senkt den Zucker
Sie ist außen rot und innen wunderschön orangefarben, sie wächst als Knolle unter der Erde und landet immer öfter in Gasthäusern, aber auch privat auf den heimischen Tellern. Die Rede ist von der Süßkartoffel (Ipomoea batatas, auch Batate, Weiße Kartoffel oder Knollenwinde genannt). Für viele ist diese Knolle eine perfekte Alternative zum Erdapfel. Denn sie lässt sich ebenso gut in Salzwasser gekocht, als Püree oder frittiert verarbeiten und ist noch dazu ein schöner Farbtupfer, der zu vielen Gerichten passt.
Mit dem Erdapfel ist die Süßkartoffel nur entfernt verwandt. Unsere heimische Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs, die Süßkartoffel gehört zu den Windengewächsen.
Der Verzehr von Süßkartoffeln hat einige gesundheitliche Vorteile. Vor allem, weil in ihr ein Stoff namens Caiapo steckt. Dieser soll Krankheiten wie Blutarmut, Bluthochdruck und Diabetes entgegenwirken, wie Wissenschaftler des CNR (Consiglio Nazionale delle Ricerche, Nationaler Forschungsrat von Italien in Padua) erforscht haben. Die Substanz Caiapo ist jedoch hauptsächlich in der Schale der Knolle enthalten.
Studien in Padua zeigten, dass sich bei Menschen mit Diabetes Typ 2 durch den Verzehr von Süßkartoffeln eine Senkung ihres Nüchtern-Blutzuckerspiegels einstellte. Außerdem sanken die Cholesterinwerte und die Blutwerte normalisierten sich allgemein. Insgesamt habe sich der Gesundheitszustand bei den Studienteilnehmern verbessert.
Vitamine und Mineralstoffe
· Beta-Carotin/Vitamin A: Kein anderes Gemüse enthält mehr Beta Carotin als die unterirdische wachsende Knolle. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt. Bereits mit 100 Gramm Süßkartoffeln kann man den Tagesbedarf an Beta-Carotin decken, denn sie enthalten 8,6 Milligramm. Kombiniert man die Süßkartoffel mit hochwertigem Fett, kann der Körper das Beta-Carotin besonders gut aufnehmen (Bio-Verfügbarkeit steigt).
· Vitamin C: Es stärkt das Immunsystem
· Vitamin E: Wirkt entzündungshemmend und zudem antioxidativ. Es schützt die Zellen daher vor schädlichen Molekülen (freie Radikale).
· Kalium: Es reguliert den Blutdruck und unterstützt die Herzgesundheit.
· Magnesium lindert Muskelkrämpfe und fördert die Regeneration der Muskeln.
· Calcium stabilisiert Knochen und Zähne und ist wichtig für die Funktion der Nerven und Muskeln.
· Klimabilanz der Süßkartoffel
Nicht so gut schneidet die Süßkartoffel bei der Klimabilanz ab. Etwa zwei Drittel davon werden in China angebaut. Jene Knollen, die in Österreich angeboten werden, kommen oft aus Israel und Südamerika und werden mit Flugzeugen oder Schiffen angeliefert. Beide Transportwege sind wegen des hohen CO2-Ausstoßes nicht klimafreundlich. Der Anteil der Süßkartoffeln, der in Europa angebaut wird, ist relativ gering.
Herkunft: Die Süßkartoffel zählt zu den ältesten Gemüsesorten der Menschheit. Peruanische Höhlenmalereien zeigen, dass die Süßkartoffel bereits vor 10.000 Jahren in Zentral- und Südamerika auf dem Speiseplan stand. Von dort aus wurde die Knolle nach Afrika gebracht, von wo sie sich weiter ausgebreitet hat. Wurden Süßkartoffeln ursprünglich in den Tropen und Subtropen angebaut, so sind sie mittlerweile auch in der Mittelmeerregion und in Asien zu finden. China gehört inzwischen sogar zu den größten Anbaugebieten weltweit. Die Süßkartoffel ist heute auf Platz drei auf der Rangliste der Weltnahrungsmittelernte (nach Kartoffeln und Maniok). 120 Millionen Tonnen werden jährlich produziert.
REZEPT: Süßkartoffel-Curry
Zutaten: 1 Bund Frühlingszwiebeln, 2 Knoblauchzehen, ½ TL Ingwer, gehackt, ½ Tasse Orangensaft, 1 Tasse Gemüsebrühe, 1 Stängel Zitronengras, ½ Liter Kokosmilch, 2 Karotten, 2 Süßkartoffeln, 1 Paprikaschote, 1 kleine Ananas oder 1 Mango, gewürfelt, Sesamöl, 1 TL Thai-Currypaste, Koriander, Salz, Pfeffer, Currypulver, Kurkuma, Cayennepfeffer, Paprikapulver, Cashewnüsse, Koriandergrün
Zubereitung:Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden (Grün für die Deko aufheben) und im Wok oder einer großen Pfanne mit Sesamöl anbraten. Gehackte Knoblauchzehen, gehackten Ingwer sowie Thai-Currypaste dazugeben und anrösten. Mit Orangensaft ablöschen. Klare Gemüsesuppe einrühren. Das zerdrückte Zitronengras dazugeben, salzen, pfeffern, Kokosmilch unterrühren, 5 Minuten auf kleiner Flamme kochen. Karotten, Paprikaschote und geschälte Süßkartoffeln stifteln und zum Curry geben, 10 Minuten köcheln lassen. Mit Koriander, Curry, Kurkuma, Chili, Cayennepfeffer, Paprikapulver, Salz und Pfeffer abschmecken. Ananas oder Mango würfeln und kurz mitziehen lassen. Dekorieren mit dem Grün der Frühlingszwiebeln in Ringe geschnitten, Koriandergrün und Cashewnüssen. Mit Reis servieren.