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Studie: Checkpoint-Inhibitoren können Diabetes auslösen

(Ulm, 19.5.2021) - Checkpoint-Inhibitoren, die die körpereigene Immunabwehr gegen Krebserkrankungen aktivieren, können als Nebenwirkung Autoimmunerkrankungen auslösen, zu denen auch ein insulinpflichtiger Typ-1-Diabetes gehört. Bisher wurden nur Einzelfälle berichtet. Epidemiologen rechnen jedoch auf dem Diabeteskongress 2021 mit einem Anstieg, da immer mehr Patienten mit Checkpoint-Inhibitoren behan­delt werden.

Das Ziel der Checkpoint-Inhibitoren ist ein verstärkter Angriff von T-Zellen, die Tumorzellen aufgrund der veränderten Oberflächeneigenschaften erkennen. Die Behandlung stört allerdings ein Gleichgewicht zwischen inhibitorischen und stimulierenden Signalen. In der Folge können die T-Zellen auch körper­eige­­ne Zellen angreifen. Autoimmunerkrankungen sind deshalb häufige Nebenwirkungen von CTLA-4-Inhibitoren, PD-Antikörpern und PD-L1-Antikörpern.

Zu den Angriffszielen gehören neben dem Gastrointestinaltrakt auch Hormondrüsen wie beispielsweise das endokrine Pankreas. Es war deshalb zu erwarten, dass einige Patienten im Anschluss an die Krebsbe­hand­lung an einem insulinpflichtigen Diabetes erkranken.

Ein Team um Sascha René Tittel vom Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Univer­si­tät Ulm hat bei der Analyse von 28.912 Diabetespatienten insgesamt 13 Fälle eines Checkpoint-Inhibitor(CPI)-induzierten Diabetes entdeckt.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/