Skip to main content

Sehverlust und Erblindung drohen: Jeder zweite Diabetiker geht nicht zum Augenarzt

Augenärztliches Screening auf diabetische Retinopathie findet derzeit nicht flächendeckend statt. Die Untersuchungsintervalle sollen nun flexibilisiert werden.

(Mannheim/Düsseldorf, 22.12.2021) - Wenn die Diagnose eines Typ-2-Diabetes (T2D) gestellt wird, haben 2 bis 16 Prozent der Patienten bereits eine Retinopathie, bei Typ-1-Diabetes (T1D)-Patienten liegt die Prävalenz um 25 Prozent. Die diabetische Makulopathie trifft etwa 6 Prozent der Menschen mit T2D und 10 Prozent der Menschen mit T1D.

Alle assoziierten Symptome zeigen an, dass es bereits spät ist – eventuell zu spät, um die Sehfähigkeit erhalten zu können. Die frühe Retinopathie ist kaum wahrzunehmen. Umso wichtiger sind regelmäßige Augenuntersuchungen von Beginn an.

„Derzeit entgehen bis zu 50 Prozent der Menschen mit Diabetes aus verschiedensten Gründen einem leitliniengerechten Screening“ schreiben Professor Hans-Peter Hammes von der Universitätsmedizin Mannheim und Privatdozent Klaus Dieter Lemmen aus Düsseldorf im „Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2022“.

Informationen fehlen, lange Wartezeiten

Die entsprechenden DDG-PraxisEmpfehlungen zur Leitlinie „Diabetische Retinopathie und Makulopathie“ sind kürzlich aktualisiert worden (Diabetologie 2021; 16(Suppl 2):S329–S335). Diese umzusetzen, ist allerdings ein großes Problem: Aus Krankenkassen-Daten geht hervor, dass nach Erstdiagnose eines T2D nur ein Drittel dieser Patienten augenärztlich untersucht wird, nach zwei Jahren Diabetesdauer hat die Hälfte immer noch keinen Augenarzt gesehen.

„Als wesentliche Barrieren wurden fehlende Information und Schulung sowie lange Wartezeiten auf einen Termin und am Tag der Untersuchung festgestellt“, heißt es im Gesundheitsbericht. Bei Diabetespatienten ohne bereits bestehende Retinopathie und ohne allgemeine Risiken wie einem erhöhten HbA1c-Wert oder Hypertonie werden als angemessenes Untersuchungsintervall zwei Jahre angegeben.

HIER weiterlesen…