Schlaganfall vorbeugen: Das können Sie tun
(18.8.2021) - Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss. Denn dabei wird die Durchblutung im Gehirn plötzlich unterbrochen. Die betroffenen Hirnbereiche werden nicht mehr mit Blut versorgt – also auch nicht mit Sauerstoff.
Mit jeder Minute sterben in der Folge mehr Hirnzellen ab. Das kann zu neurologischen Ausfällen führen und sich durch Symptome wie Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder sehr starke Kopfschmerzen bemerkbar machen.
Schuld an der Durchblutungsstörung ist in den meisten Fällen ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß im Gehirn verstopft (sog. ischämischer Schlaganfall). Seltener löst eine Hirnblutung den Schlaganfall aus (sog. hämorrhagischer Schlaganfall).
Bislang gibt es keine Möglichkeit, einem Schlaganfall direkt vorzubeugen. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Zwar lassen sich nicht alle davon beeinflussen, wie etwa das Alter oder eine erbliche Vorbelastung. An anderen lässt sich jedoch etwas drehen, was einem Schlaganfall indirekt vorbeugen kann.
Schlaganfall: Das sind Risikofaktoren
Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen können. Studienergebnisse zeigen, dass dabei vor allem folgende fünf Faktoren von großer Bedeutung sind und gut 80 Prozent aller Schlaganfälle erklären können:
- Bluthochdruck
- starkes Übergewicht (Adipositas)
- mangelnde Bewegung
- Rauchen
- ungesunde Ernährung
Diese Faktoren spielen vor allem deshalb eine Rolle bei der Entstehung von Schlaganfällen, weil sie auf lange Sicht zu einer Arteriosklerose beitragen können. Im Rahmen der sogenannten Arterienverkalkung kann es zu Ablagerungen und verengten Stellen in den Gefäßen kommen. Unter diesen Umständen können sich leichter Blutgerinnsel bilden, was das Risiko für einen Schlaganfall erhöht.
Nimmt man weitere Risikofaktoren und bestimmte Vorerkrankungen zu den ersten fünf hinzu, lassen sich damit 90 Prozent der Schlaganfälle erklären. Zu diesen zählen etwa
- Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin),
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
- Vorhofflimmern (eine Herzrhythmusstörung),
- regelmäßiger Alkoholkonsum und
- Stress.
Einem Schlaganfall lässt sich daher bis zu einem gewissen Maß vorbeugen, wenn man auf einen gesünderen Lebensstil achtet und etwaige Vorerkrankungen behandeln lässt.
Diabetes mellitus
Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) geht mit erhöhten Blutzuckerwerten einher und steigert das Risiko für einen Schlaganfall um das Zwei- bis Dreifache.
Typ-1-Diabetes ist letztlich eine Autoimmunerkrankung und tritt meist bereits im Kindesalter auf. Typ-2-Diabetes entwickelt sich dagegen vor allem infolge von Übergewicht und einer ungünstigen Ernährungsweise. Typ-2-Diabetes kommt weltweit am häufigsten vor. In Deutschland liegt er in gut 95 von 100 Fällen vor.
Bis sich Typ-2-Diabetes durch Symptome bemerkbar macht, können Jahre vergehen. Aus diesem Grund wird er oft erst spät entdeckt und dadurch auch erst spät behandelt.
Häufig bestehen dann bereits Schäden im Körper. Ohne Behandlung kann der erhöhte Blutzuckerspiegel auf Dauer unter anderem die Wände der Blutgefäße schädigen und so Blutgerinnsel begünstigen.
Das Schlaganfall-Risiko können Menschen mit Diabetes senken, wenn sie ihre Erkrankung behandeln lassen und den Blutzuckerspiegel gut managen, sodass die Werte sich normalisieren.





