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Risiko für Diabetes und tödliche Krebserkrankungen vorhersagen

Welche Rolle spielt Prostasin bei Krebs und Diabetes?

(8.8.2022) - Wenn Menschen erhöhte Werte eines speziellen Proteins aufweisen, ist dies mit einem höheren Risiko für die Entstehung von Diabetes verbunden. Zudem haben betroffene Personen auch ein erhöhtes Risiko, dass sie an Krebs versterben.

Dies wurde in einer neuen Studie unter Beteiligung von Fachleuten der schwedischen Lund University deutlich, die den Zusammenhang zwischen Prostasin im Plasma, Diabetes und dem Krebsmortalitätsrisiko untersucht hat. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Diabetologia“ veröffentlicht.

Blutproben von mehr als 4.000 Menschen ausgewertet

Um den Zusammenhang zwischen Prostasin-Blutspiegeln und Krebssterblichkeit in der Allgemeinbevölkerung zu untersuchen, analysierte das Team Blutproben von mehr als 4.000 schwedischen erwachsenen Teilnehmenden im mittleren Alter.

Die Blutproben wurden vor mehr als einem Jahrzehnt im Rahmen der laufenden Malmö Diet and Cancer Study entnommen. Von den Teilnehmenden hatten 361 Personen (acht Prozent) bereits bei Studienbeginn Diabetes.

Nach der Bereinigung von potenziellen Störfaktoren stellte das Team fest, dass erhöhte Prostasinwerte positiv mit dem Vorhandensein von Diabetes assoziiert waren. So war die Wahrscheinlichkeit einer bestehenden Diabetes-Erkrankung bei Personen im höchsten Prostasin-Quartil beinahe doppelt so hoch wie im niedrigsten Prostasin-Quartil, berichten die Forschenden.

702 Teilnehmende entwickelten Diabetes

Als nächstes haben die Forschenden die klinischen Daten der selben Kohorte (unter Ausschluss von 361 Personen mit bestehendem Diabetes) bis zum Ende des Jahres 2019 ausgewertet. So wollten sie Zusammenhänge mit neuen Fällen von Diabetes ermitteln.

Im Laufe eines durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraums von 22 Jahren entwickelten 702 Teilnehmende Diabetes. Längsschnittanalysen ergaben dabei eine lineare Beziehung zwischen Prostasin und neu auftretendem Diabetes.

Höheres Diabetes-Risiko bei hohen Prostasin-Werten

Dabei zeigte sich, dass Teilnehmende mit Prostasin im höchsten Quartil ein um 76 Prozent höheres Risiko für die Entwicklung von Diabetes aufwiesen als Teilnehmende im niedrigsten Prostasin-Quartil.

Interessanterweise erwies sich der Prostasinspiegel bei jüngeren Teilnehmenden und Menschen mit niedrigerem Blutzuckerspiegel und besserer Nierenfunktion als präziserer Prädiktor für Diabetes, erläutern die Forschenden.

Dabei könnten erhöhte Prostasinwerte nach Ansicht der Fachleute eine kompensatorische Reaktion auf einen zu hohen Blutzucker (Hyperglykämie) darstellen, aber möglicherweise nicht ausreichen, um eine Verschlechterung der Blutzuckerkontrolle aufzuhalten oder umzukehren.

Prostasin werde über den Urin ausgeschieden, so dass eine normale Nierenfunktion dazu beitragen kann, einen optimalen Prostasin-Blutspiegel aufrechtzuerhalten, erläutern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Verbindung von Prostasin mit der Krebssterblichkeit

In weiteren Analysen stellte das Team fest, dass es einen signifikante Zusammenhang von Prostasin mit der Krebssterblichkeit und der Gesamtsterblichkeit gibt. Während der durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 24 Jahren verstarben 651 Teilnehmende an Krebs.

Laut den Fachleuten hatten Teilnehmende, mit Prostasin-Blutspiegeln im höchsten Quartil, eine um 42 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Krebserkrankung zu versterben, als Personen im niedrigsten Quartil.

Für jede Verdoppelung der Prostasinkonzentration sei das Krebssterberisiko bei Teilnehmenden mit und ohne erhöhte Blutzuckerwerte (gestörter Nüchternblutzucker) um 139 Prozent bzw. 24 Prozent angestiegen. Für die kardiovaskuläre Sterblichkeit wurde dagegen kein Zusammenhang festgestellt, so die Forschenden.

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