Spezifische Immunzellmuster bei Diabetes-Subtypen
Bei einigen Diabetes-Subtypen deuten hohe Leukozytentiter auf Entzündungen hin. Dies könnte ein möglicher neuer Therapieansatz sein.
(Düsseldorf, 15.10.2021) - Immunzellen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diabetes und dessen Folgekrankheiten. Bei Typ-1-Diabetes etwa zerstören T-Zellen die Betazellen und sind so mitverantwortlich für die Erkrankung.
Bei Typ-2-Diabetes tragen Entzündungsprozesse durch eine höhere Anzahl von Leukozyten im Blut zur Entwicklung von Insulinresistenz bei. Je nach Anzahl und Zusammensetzung begünstigen Immunzellen zudem Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Offenbar gibt es bei den neuen Diabetes-Subtypen jeweils spezielle Muster der Immunzellen im Blutbild. Das hat die Analyse der Proben von über 650 frisch diagnostizierten Diabetikern der Deutschen Diabetes Studie (GDS) ergeben.
So war die Anzahl der Leukozyten beim Diabetes-Subtyp mit schwerer Insulinresistenz sowie beim Diabetes-Subtyp mit Adipositas am höchsten, berichten Forscherinnen und Forscher des Deutschen Diabetes Zentrums (DDZ) in einer Mitteilung.
Ausgeprägte Entzündungsprozesse bei schwerer Insulinresistenz
Die geringsten Leukozyten-Zahlen fanden sich beim schweren autoimmunen Diabetes (entspricht etwa Typ-1-Diabetes). Beim Subtyp mit schwerer Insulinresistenz fand sich zudem eine besondere Zusammensetzung der T-Zellen (Diabetes 2021; online 30. August).
Mit den Daten lassen sich Eigenschaften und Verläufe der neuen Diabetes-Subtypen besser charakterisieren, so die Forscher. Dies könnte eine Präzisionsdiabetologie befördern. Für Subtypen mit ausgeprägten Entzündungsprozessen wären etwa entzündungshemmende Strategien ein möglicher neuer Therapieansatz.
Quelle: https://www.aerztezeitung.de/





