Mit Typ 1-Diabetes auf Tour in New York

Von Bloggerin Onne Pe / www.onne-pe.com
Als ich vor sechs Jahren mit 14 meine Diagnose mit Typ 1 Diabetes bekam, haben mir viele Leute gesagt, dass ich wegen meiner nun täglichen Begleiterin – der launischen Blutzuckerdiva – nicht mehr alleine auf Reisen gehen könne. Zu gefährlich sei es, dass mir etwas passiert, ich einen Hypo bekomme, mir niemand hilft, meine Pumpe ausfällt oder ich nicht gut genug auf die Reise vorbereitet bin.
Aber das hat mich nie abgeschreckt. Zu groß ist meine Neugier, die Welt und ihre Vielfalt zu entdecken und meinen Horizont zu erweitern. Zudem war meine Einstellung von Anfang an, dass ich mir von einer pensionierten Pankreas und teils etwas aufmerksamkeitssüchtigen Blutzuckerwerten mein Leben nicht kontrollieren lasse.

Und so machte ich mich vergangenen Juli auf nach New York, die Stadt die nie schläft. Die Weltstadt an der Ostküste der USA stand schon seit einiger Zeit auf meiner Travel Bucket List. Die Architektur, die Geschichte der Stadt und der Ruf, dass hier alles möglich zu sein scheint, hat mich schon lange gereizt.
Die Vorbereitung für meinen Trip war nicht allzu aufwendig: Beantragung des ESTA Visums und einer Reiseversicherung, ein ärztliches Schreiben einholen mit der Bestätigung, dass ich alle meine medizinischen Geräte und Mittel auch mit mir mitnehmen darf, sowie das Besorgen von ausreichend Insulin sowie einer Ersatzpumpe. Und natürlich - das Packen des Koffers.
Genau das war wohl das nervigste an der gesamten Reisevorbereitung. Zudem hätte man bei der Menge an Dingen, die ich mir auf meine Diabadass-Pack Liste aufgeschrieben habe fast meinen können, dass ich eigentlich geplant hatte, auf Weltreise zu gehen.
Die 3fache Menge an Kathetern, Testreifen, Batterien, Sensoren sowie Desinfektionsmittel, Setz- und Stechhilfen und noch ein paar Dinge mehr. Gut möglich, dass mein ganzer Diabetes Kram (vor allem der Vorrat an Traubenzucker und Fruchtmustüten) 2/3 meines Koffers eingenommen hatte. Allerdings wollte ich für meine erste Reise in die USA unbedingt für jeden Notfall gewappnet sein.

Die größten Bedenken hatte ich eigentlich wegen der Einreise und der Sicherheitskontrollen gehabt, da ich bis jetzt bei Flugreisen immer das ein oder andere Probleme mit der Security und dem Versuch zu erklären, was eine Insulinpumpe und Sensor ist und warum ich das denn eigentlich mit mir trage. Und dies trotz der ärztlichen Bestätigung. Rückblickend muss ich sagen, dass die Kontrollen auf dem Weg meiner Einreise in die USA (zu meiner Verwunderung) eigentlich die einfachsten und ruhigsten waren, die ich bis jetzt hatte.
So hatte ich trotz Jet Lag und kleinem Blutzucker Chaos aufgrund der Zeitumstellung und dem ganzen Adrenalin einen tollen Start in mein Abenteuer in New York!
Meine Zeit in New York selbst lief fast problemlos. Meine Blutzuckerwerte scheinen sich besonders gut zu benehmen, sobald ich auf Reisen gehe – was mir natürlich einigen Stress erspart hat. Um jederzeit meine Blutzuckerdiva überwachen zu können, trug ich den Guardian Connect Sensor von Medtronic und konnte so mit nur einem Blick auf mein Smartphone meine CGM Kurven checken. Zwar hatte ich anfänglich ein wenig mit der Zeitumstellung zu kämpfen, was mich aber nicht davon abgehalten hat die City und all ihre wunderbaren Facetten zu erkunden.
Mit Typ 1 Diabetes zu leben bedeutet nicht, dass ich ihm mein Leben unterordne oder es mich daran hindert, meine Träume zu leben und die Welt zu bereisen. Mit der richtigen Ausstattung, Vorbereitung und einer großen Portion Selbstvertrauen ist alles möglich.