Metformin bei Schwangeren mit Typ-2-Diabetes nur selten ratsam
(22.9.2020) - Eine Meilenstein-Studie zeigt, dass Metformin bei schwangeren Typ-2-Diabetikerinnen und ihren Kindern schädlich sein kann. Das Mittel sollte nur bei schwerer Insulinresistenz mit schlechter Stoffwechsellage erwogen werden.
Toronto. Die Prävalenz des Typ-2-Diabetes bei Schwangeren hat sich binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Zum einen manifestiert sich diese Diabetesform in immer jüngeren Jahren und damit auch im reproduktiven Alter, zum anderen nehmen Risikofaktoren wie ungünstiger Lebensstil und Adipositas zu und schließlich sind auch besonders viele Migrantinnen betroffen. Zur Therapie Schwangerer mit Typ-2-Diabetes wird zunehmend Metformin verordnet, obwohl das Mittel dafür nicht zugelassen ist und wenig über Nutzen und Risiken bei dieser Zielgruppe bekannt ist.
Jetzt hat ein internationales Team um Professor Denice S. Feig vom Mount Sinai Hospital in Toronto die lange erwarteten Ergebnisse der randomisierten kontrollierten Studie „Metformin in women with type 2 diabetes in pregnancy“ (MiTy) veröffentlicht. Darin wurden die Effekte einer additiven Metformin-Therapie (vs. Placebo) zusätzlich zu einer Standard-Insulintherapie hinsichtlich neonataler Morbidität und Mortalität bei Einzelschwangerschaften untersucht (Lancet Diabetes Endocrinol 2020; 8:834).
Hoher Anteil von Frauen mit Adipositas
An der Studie nahmen 25 Zentren aus Kanada und vier Zentren aus Australien teil. Metformin wurde in einer Dosis bis 2 x 1000 mg pro Tag eingesetzt. Die Teilnehmerinnen waren im Schnitt 35 Jahre alt, der Anteil von Frauen mit Adipositas, Migrationshintergrund und sozioökonomischer Deprivation war hoch.





