Metabolisches Syndrom und Diabetes mit neuem Wirkstoff behandelt
Schätzungen zufolge soll bereits jede dritte erwachsene Person in Deutschland gefährdet sein, ein sogenanntes metabolisches Syndrom zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine ungünstige Kombination aus Typ-2-Diabetes, hohem Cholesterinspiegel sowie Fettablagerungen in der Leber und in der Körpermitte. Eine effektive Behandlung gibt es derzeit nicht – außer die Therapie der einzelnen Risikofaktoren. Ein neuer Wirkstoff soll nun mehrere Aspekte des Syndroms gleichzeitig verbessern.
(14.2.2022) - Forschende der Washington University School of Medicine in St. Louis (USA) stellen eine neue Klasse von Wirkstoffen vor, die sich zur Behandlung von Diabetes und dem metabolischen Syndrom eignet.
Der Wirkstoff mit der Bezeichnung SN-401 soll zum einen die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse zur Insulinausschüttung verbessert und zum anderen Zucker effektiver aus dem Blutkreislauf entfernen. Vorgestellt wurden die Forschungsergebnisse kürzlich in dem renommierten Fachjournal „Nature Communications“.
Das „tödliche Quartett“
In Industrieländern wie Deutschland sind Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte sowie zu niedrige HDL-Cholesterinwerte weit verbreitet. Die Faktoren entwickeln sich oft aus einem Lebensstil heraus, der geprägt ist von Stress, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung.
Bei jedem dieser Merkmale handelt es sich im Einzelnen betrachtet bereits um einen Risikofaktor für Veränderungen an den Blutgefäßen, der zu Durchblutungsstörungen und Schäden an lebenswichtigen Organen wie Herz, Gehirn oder Niere führen kann. Treten diese Risikofaktoren jedoch gemeinsam auf, befeuern sie sich gegenseitig und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt an. Aus diesem Grund wird das metabolische Syndrom auch als „tödliches Quartett bezeichnet.
Neuer Wirkstoff verbessert Insulinausschüttung
Das amerikanische Forschungsteam der Washington University School of Medicine testete nun an Mäusen einen neuen Wirkstoffe mit der Bezeichnung SN-401, der mehrere Aspekte des metabolischen Syndroms gleichzeitig behandelt, indem er die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse zur Insulinausschüttung verbessert sowie die Fähigkeit anderer Gewebe erhöht, dieses Insulin zu nutzen, um den Zucker effektiver aus dem Blutkreislauf zu entfernen.





