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Menopause und Diabetes: Eine besondere Herausforderung

Hormon-Schwankungen im Klimakterium destabilisieren die Blutzucker-Einstellung, was Hyper- und Hypoglykämien begünstigt. Das rechtfertigt es aber nicht, Therapieziele zu ändern.

(München, 9.3.2022) - „Für Patientinnen mit einem Diabetes mellitus stellt das Klimakterium einen stärkeren Umbruch dar als für stoffwechselgesunde Frauen“, betont Professor Petra-Maria Schumm-Dräger aus München. In dieser Lebensphase bestehe nämlich eine stärkere Neigung zur Gewichtszunahme, vor allem zu einer Vermehrung des viszeralen Fettgewebes, und dies in Kombination mit hormonellen Schwankungen. „Das macht eine stabile normnahe Blutzuckereinstellung äußerst schwierig“, so Schumm-Dräger. Dazu komme, dass durch den absinkenden Östrogenspiegel das kardiovaskuläre Risiko ansteigt. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit für eine besondere individuelle Beratung.

Hormonelle Schwankungen

Die menopausale Umstellung setzt bei Diabetikerinnen früher ein als bei stoffwechselgesunden Frauen. Dies dürfte Ausdruck von diabetesassoziierten vaskulären Veränderungen sein, die zu einem beschleunigten Alterungsprozess der Ovarien führen.

Die hormonelle Umstellung hat ausgeprägte Auswirkungen auf die Kontrolle des Glukosestoffwechsels und auch auf die Manifestation der diabetesassoziierten Folgeerkrankungen. Erhöhte Östrogen-Spiegel verbessern, höhere Progesteronspiegel verschlechtern hingegen die Insulinsensitivität.

„Somit führen sowohl ein Abfall als auch sprunghafte Anstiege der weiblichen Hormone zu Schwankungen der Insulinempfindlichkeit mit daraus resultierenden Blutzuckerschwankungen mit konsekutiver Hypo- und Hyperglykämie“, so Schumm-Dräger. Auch stellen menopausale Beschwerden wie Schlafstörungen und Hitzewallungen eine Stresssituation dar, die über eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen die Insulinresistenz und somit erhöhte BZ-Werte begünstigen.

Keine Änderung der Therapieziele!

Diese Auswirkungen sind zwar bei Typ-1- und bei Typ-2-Diabetikerinnen ähnlich, doch bei Typ-1-Diabetikerinnen mit einer Insulinpumpe oder einer intensivierten Insulintherapie sind sie deutlich stärker ausgeprägt. Mehr engmaschige BZ-Kontrollen oder auch eine kontinuierliche Blutzuckermessung sind daher sinnvoll, um kurzfristig die Insulintherapie anpassen zu können. „Für alle Diabetikerinnen ist gerade in dieser Lebensphase eine engmaschige Kontrolle zwingend erforderlich mit dem Ziel einer normnahen Einstellung“, so Schumm-Dräger. Eine Lockerung der Therapieziele in der Menopause sei nicht angezeigt.

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