Long-COVID: Erhöhtes Diabetes-Risiko ein Jahr nach COVID-19
Eine Facette von Long-COVID sind offenbar kardiometabolische Erkrankungen: Nach Herz- und Nierenleiden fanden sich jetzt auch erhöhte Diabetes-Raten bei COVID-19-Genesenen.
(Saint Louis, 31.3.2022) - Langfristige Folgen einer COVID-19 können außer Lungenleiden offenbar auch kardiometabolische Erkrankungen sein. Hinweise darauf hat ein US-Team um Dr. Ziyad Al-Aly von der „Veterans Research and Education Foundation“ in St. Louis im US-Staat Missouri in einer riesigen Kohorte von ehemaligen Angehörigen der US-Armee gefunden.
Die Forscherinnen und Forscher hatten in mehreren Studien Daten des „US-Department of Veterans Affairs“ ausgewertet. Dabei ließen sich Inzidenzen von Erkrankungen in Kohorten von über 180000 COVID-Genesenen und über 8 Millionen Kontrollpersonen ohne COVID in der Vorgeschichte miteinander vergleichen.
Exzess-Morbidität bei Herz- und Nierenkrankheiten
Ergebnis: Sechs Monate bis ein Jahr nach COVID fanden sich bei den Genesenen im Vergleich zu den Kontrollpersonen – nach Bereinigung von Störfaktoren – erhöhte Raten von
Herzkreislauf-Erkrankungen (45 zusätzliche Fälle pro 1000 COVID-Genesene) (Nature Med. 2022; online 7. Februar) und Nierenleiden (13,44 zusätzliche Fälle pro 1000 COVID-Genesene) (JASN 2021, 32: 2851).
Eine weitere Analyse zeigt nun, dass die Langzeitfolge von COVID offenbar auch ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes ist. Bei 1000 COVID-Genesenen fanden sich dabei ein Jahr nach der Infektion 13 zusätzliche Fälle von Typ-2-Diabetes. 12 zusätzliche neue Diabetiker unter 1000 starteten ein Jahr nach COVID eine Therapie mit Antidiabetika.
40 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes
Insgesamt entwickelten etwa 20 von 1000 nach COVID einen Typ-2-Diabetes, wie Al-Aly über Twitter mitgeteilt hat. Nach Bereinigung von Störfaktoren ergab sich ein um 40 Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes im Jahr nach COVID im Vergleich zu den Kontrollen.





