Halb Vorarlberg wiegt zu viel
Fast die Hälfte der Vorarlberger Bevölkerung wiegt zu viel. Das zeigt eine Auswertung der Statistik Austria. Demnach sind in Vorarlberg 33 Prozent der Menschen übergewichtig und 14 Prozent sogar fettleibig (adipös). Die CoV-Pandemie befeuert dabei einen über Jahrzehnte beobachteten Trend mit weitreichenden Folgen.
Es sei schon von gesundheitlicher Bedeutung, wenn knapp die Hälfte der Vorarlberger Bevölkerung nicht normalgewichtig ist, bestätigt der Primar der Inneren Medizin am Landeskrankenhaus Bregenz, Heinz Drexel, im Interview mit ORF-Redakteur Emanuel Broger.
Primar Drexel: „Aber nicht von heute auf morgen. Über die Jahre entwickelt sich dann halt leichter ein Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit und andere folgen auch, insbesondere in den Gelenken. Aber das Wesentliche ist: Mit dieser Zeitverschiebung geht es dann an die Gefäße – Herzinfarkt, Schlaganfall sind deutlich erhöht und wenn man eine Ursache hervorheben will, dann ist es die Bewegungsarmut. Das moderne Leben, vor dem Fernseher sitzen, zur Arbeit fahren, nicht zu Fuß gehen, nicht wandern und alle diese Dinge. Also es ist mehr noch das, als die Ernährung an und für sich.“
ORF Vorarlberg: In der Statistik fällt auf, dass es bei Übergewicht und Adipositas ein Ost-West-Gefälle gibt. Also im Osten Österreichs sind mehr Menschen adipös und übergewichtig, als im Westen Österreichs. Warum ist das so?
Primar Drexel: „Das dürfte durch den Lebensstil bedingt sein. Sowohl Bewegungsarmut als auch Fehlernährung, Überernährung sind im Osten häufiger als im Westen. Und das ist übrigens auch ganz europaweit so. Also Westeuropa ist besser als Osteuropa. Und was vielleicht auch noch wichtig ist für uns in Vorarlberg: wir sind da natürlich ganz im Westen, aber wir sind ein bisschen eifersüchtig auf die Tiroler. Die sind noch ein bisschen besser bei der Übergewichtsrate. Wir sind am zweiten Platz in Österreich.“





