Gestationsdiabetes fördert spätere Bildung von Koronar-Kalk
(Oakland/Kalifornien, 4.3.2021) – Frauen, die während der Schwangerschaft einen Diabetes entwickeln, haben in den Folgejahren selbst dann ein erhöhtes Risiko auf eine Verkalkung der Koronararterien, wenn ihr Blutzucker sich wieder normalisiert hat. Dies kam in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Circulation (2021; DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.120.047320) heraus.
Etwa jede zehnte Frau entwickelt während einer Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes. Bei den meisten normalisieren sich die Blutzuckerspiegel nach der Entbindung. Doch die Erholung ist häufig nicht von Dauer. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Frauen in den Folgejahren 4- bis 7-mal häufiger einen Typ-2-Diabetes entwickeln und 1,7- bis 3-fach häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Koronare Herzkrankheit erleiden, die bekannte Folge eines Typ-2-Diabetes sind.
Die jetzt vorgestellten Ergebnisse der CARDIA-Studie (“Coronary Artery Risk Development in Young Adult“) zeigen erstmals, dass sich auch Frauen, deren Blutzucker normal bleibt, Sorgen machen müssen.
Die CARDIA-Studie begleitet seit 1985/86 eine Gruppe von damals zwischen 18 und 30 Jahren alten gesunden Erwachsenen aus 4 US-Metropolen, um die Ursachen für die dort häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu ermitteln. Unter den Teilnehmerinnen waren auch 2.787 Frauen, von denen 1.392 in den Folgejahren wenigstens ein Kind gebaren. Von diesen entwickelten 139 einen Gestationsdiabetes.
Im Zeitraum von 2000 bis 2011 wurde bei allen Teilnehmerinnen im Abstand von 5 Jahren in 3 Computertomografien das Ausmaß der Koronarverkalkung bestimmt. Dabei zeigte sich, dass 24,5 % der Frauen mit einem früheren Gestationsdiabetes im Alter von jetzt median 47,6 Jahren bereits Verkalkungen in den Koronararterien hatten. Bei den Frauen ohne Gestationsdiabetes betrug der Anteil nur 15 %.
Das Risiko war nicht nur bei den Frauen erhöht, die in den Jahren nach dem Gestationsdiabetes einen Typ-2-Diabetes entwickelt hatten. Auch für die Frauen, die nach der Schwangerschaft keine erhöhten Blutzuckerwerte mehr hatten, war das Risiko signifikant erhöht.





