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Geldmangel fördert ungesunde Ernährung

Für einkommensschwache Haushalte wird es immer schwieriger, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Das Risiko Adipositas, Typ-2-Diabetes oder eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln steigt.

(28.6.2022) - Auch bei uns gibt es armutsbedingte Mangelernährung und teils auch Hunger. Laut einer Untersuchung der Deutschen Heinrich Böll Stiftung achten Menschen, die für ihren Einkauf wenig Geld zur Verfügung haben, nicht in erster Linie darauf, welche Lebensmittel gesund sind, sondern eher auf günstige Sattmacher.

Risiko für Krankheiten steigt

Während sich industriell verarbeite Lebensmittel kaum verteuern, schnellen die Preise für gesunde, frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse in die Höhe. Das verschärft die Lage, denn je stärker Lebensmittel verarbeitet sind, desto höher ist das Risiko, eine Fettleibigkeit (Adipositas), Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Auch das Krebsrisiko steigt.

Hochverarbeitete Nahrungsmittel enthalten oft wenig Ballaststoffe und haben einen hohen Glykämischen Index. Der Blutzucker steigt schnell an, da diese Nahrungsmittel oder deren Kohlenhydrate schnell aufgenommen werden. Es kommt zu einer Insulinreaktion, die den Blutzucker rasch wieder senkt - und darauf reagiert der Körper mit Heißhunger. Wir bekommen Lust, weiter und mehr essen.

Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft fordern seit Jahren, gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nüsse von der Mehrwertsteuer befreien und im Gegenzug ungesunde, stark gezuckerte Produkte, etwa Softdrinks, mit einer höheren Steuer zu belegen.

Spartipps:

  • Wer sich günstig gesund ernähren möchte, die sollte frische Produkte aus der Region bevorzugen und einfache Gerichte selbst zubereiten.
  • Fleisch gehört nur selten auf den Speiseplan. Wer darauf weitgehend verzichtet, schont die Gesundheit und den Geldbeutel.
  • Es muss nicht immer Bio sein, ein konventioneller Apfel aus der Region tut es auch.
  • Gegen Ende der Verkaufszeit werben Supermärkte häufig mit niedrigeren Preisen, um ihre Ware noch „frisch" loszuwerden.