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Gefahr von allen Seiten

Was haben Süßstoffe, rotes Fleisch und Handystrahlung gemeinsam? Alle haben einen schlechten Ruf. Wie groß das Gesundheitsrisiko wirklich ist, wissen Sie, wenn Sie den folgenden Bericht gelesen haben. Todsicher!

KAFFEE-KONSUM - Bloß nicht so Schwarz sehen

Hintergrund: Ob schwarz oder mit Milch, ob handgebrüht oder aus dem Vollautomaten: nichts bringt am Morgen die Lebensgeister zuverlässiger auf Trab als eine Tasse mit heißem Kaffee. Die Forscher sind sich allerdings uneins, wie (un-)gesund das Koffein ist. „Wer Kaffee trinkt, der stirbt früher“, lautet eine der früheren Erkenntnisse der Wissenschaft. Das aromatische Heißgetränk bringe den Blutzuckerspiegel durcheinander, erhöhe die Herzfrequenz und begünstige die Entstehung von Herzkrankheiten und Krebszellen. Später kamen andere zu anderen Resultaten, bis hin zu der Aussage: Kaffee verlängert das Leben. Ein Grund für den Wirrwarr: In den Studien wurde oftmals nicht darauf geachtet, welche Gewohnheiten die Probanden neben dem Kaffeetrinken sonst noch hatten. Waren sie zum Beispiel Raucher, könnte ihr früher Tod wohl doch eher darauf zurückzuführen sein.

Fakten: Eine Metaanalyse, die an der Harvard University in den USA durchgeführt worden ist und insgesamt 36 Studien unter die Lupe genommen hat, gelangte zu der Schlussfolgerung, dass Menschen, die 3 bis 4 Tassen Kaffee am Tag konsumieren, das geringste Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung tragen. Damit nicht genug: Neueste Untersuchungen legen sogar nahe, dass die in dem Kaffee enthaltenen Pflanzenstoffe helfen können, Krankheiten wie Diabetes, Parkinson oder Alzheimer vorzubeugen.

Fazit: Sollte sich dies bestätigen, dürfte der Kaffee seinen Ruf als schwarzes Gold festigen. Solange Sie nicht mehr als 5 bis 6 Tassen Kaffee täglich trinken und diese auch nicht mit löffelweise Zucker zu Kalorienbomben anreichern, müssen all die Mahnungen der Gesundheitsapostel Sie nicht die Bohne interessieren.   RISIKO-FAKTOR 3/10

 

HANDY-STRAHLUNG – Bei Anruf Mord

Hintergrund: Es klingt, pingt, summt und surrt permanent aus der Tasche. Und sofort wird das Handy gezückt, um zu sehen, ob neue Nachrichten eingegangen sind. Es boomen die sozialen Netzwerke und digitalen Services, es wird alles geteilt und gelikt. Im Gegenzug wird direkte, zwischenmenschliche Interaktion und Kommunikation immer öfter auf das Minimum reduziert. Jeder bleibt für sich, alleine mit seinem Mobiltelefon.

Fakten: Es gibt eine ganze Reihe von Studien aus den letzten Jahren, die Verbindungen zwischen der Smartphone-Nutzung und den verschiedensten gesundheitlichen Beschwerden nahelegen. So steht etwa die elektromagnetische Strahlung, die von Mobilgeräten ausgeht, unter dem Verdacht, die Entstehung von Adipositas, Schlafstörungen, kognitiven Defiziten, Unfruchtbarkeit und sogar Krebs zu begünstigen. Eine Studie der US-Präventionsbehörde Center for Disease Control zufolge HAT SICH DIE Anzahl der Selbstmorde unter jungen Mädchen zwischen 2007 und 2015 verdoppelt. Eine Analyse der State University in San Diego kommt zu dem Schluss, dass dies unter anderem auf die verstärkte Nutzung von Smartphones und Social Media zurückzuführen ist.

Fazit: Selbst wenn man die Suizid-These außer Acht lässt: Es bleiben Schmerzen in den Handgelenken, Daumen, Rücken und Nacken, die durch den Handybuckel und die unnatürlichen Handhaltungen entstehen. Alleine orthopädische Probleme sollten für uns alle eine Mahnung und Grund genug sein, die Handynutzung auf das Nötigste zu reduzieren. Ein Blick über den Displayrand lohnt sich durchaus, denn die reale Welt hat Schönheit und Vielfalt zu bieten – da kann keine virtuelle Realität mithalten.   RISIKO-FAKTOR 5/10

 

SÜSSSTOFF-INHALTE – Chemie stimmt (nicht)

Hintergrund: Hört sich eigentlich fabelhaft an: Chemische Süßungsmittel haben ein Vielfaches der Süßkraft von Zucker, und das bei wesentlich weniger Kalorien. Eigentlich sollten damit doch alle Übergewichtsprobleme dieser Welt gelöst sein. Leider aber sind die Ersatzstoffe mittlerweile in Verdacht geraten, gesundheitsschädlich zu sein.

Fakten: Ende des 19. Jahrhunderts kam Saccharin als erstes künstliches Süßungsmittel auf den Markt. Es ist kalorienfrei und für Diabetiker geeignet. Heute ist Saccharin vor allem in Light-Produkten und in Zahnpasta enthalten. Seit einer 1979 durchgeführten Studie an Ratten steht das Süßungsmittel in Verdacht, Krebs auslösen zu können. Zuverlässige Belege gibt es dafür aber nicht. Das schwarze Schaf der Süßstofffamilie heißt Aspartam. Diverse Studien liefern Hinweise darauf, dass es an der Entstehung bösartiger Tumoren beteiligt sein könnte. Vom Körper wird Aspartam bei der Verdauung in krebserregendes Formaldehyd umgewandelt. Der künstliche Süßstoff mit der E-Nummer 951 steckt etwa in zuckerfreiem Kaugummi, Diät-Softdrinks und Backwaren.

Fazit: Die europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde gab 2013 eine Neubewertung über Aspartam als Zusatzstoff in Lebensmitteln heraus. Dieser zufolge bestünden keine Bedenken in Hinblick auf mögliche krebserregende oder auch fortpflanzungsgefährdende Effekte, da die durchschnittliche Aufnahmemenge von Aspartam in Europa weit unter dem festgelegten Höchstwert liege. Bedeutet im Endeffekt: Die Dosis macht das Gift. Dennoch: Jeder Mensch sollte sich fragen, wie viel Risiko er für eine schlanke Figur eingehen will.   RISIKO-FAKTOR 3/10

 

ZUCKER-ZUSÄTZE – Süßes Leben? Von wegen!

Hintergrund: Zucker zu produzieren ist billig, im Geschäft kostet er fast nichts, er ist nahezu überall enthalten. Aber er ist auch ein Teufelszeug, hat eine ähnlich suchterzeugende Wirkung wie Kokain oder Morphin. Damit verbunden ist eine Vielzahl von gesundheitlichen Folgen: Bei übermäßigem Verzehr drohen neben Zahnproblemen (Karies) auch Diabetes und Adipositas.

Fakten: Sie haben ihn einen Moment lang auf der Zunge, aber ein Leben lang auf der Hüfte, heißt es so schön. Doch das ist nicht das einzige Problem mit dem Zucker: In mehreren Studien ist der Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Krankheiten wie Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes einwandfrei nachgewiesen worden. Das süße Zeug ist aber noch für viel mehr verantwortlich. Auch an Bluthochdruck und Leberschäden kann es schuld sein. In Österreich sind 46 Prozent der Bevölkerung übergewichtig. Etwa ein Viertel aller Erwachsenen ist sogar fettleibig. Im Jahr 2017/18 konsumierten Österreicher pro Kopf durchschnittlich 33,3 Kilogramm Zucker – nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten es höchstens 25 Gramm pro Tag sein, also etwa ein Drittel dessen, was der Durchschnitt tatsächlich zu sich nimmt. Aber wo steckt der ganze Zucker drin? Hauptübeltäter sind Limonaden und alle Süßigkeiten. Aber auch in Lebensmitteln wie Joghurt, Salatdressings und anderen Soßen verstecken sich erstaunliche Mengen des süßen Killers. Und was viele überrascht: Sogar herzhafte Fertiggerichte wie Tiefkühlpizzen sind betroffen.

Fazit: Gehen Sie auf Abstand zum Zucker. Lesen Sie beim Einkauf die Zutatenlisten auf den Verpackungen genau durch: Alles, was auf „-ose“ endet, „Dextrin“ “Sirup“ oder „Malz“ im Namen trägt, ist letztendlich Zucker.   RISIKO-FAKTOR 9/10

 

SCHREIBTISCH-JOBS – In der Patsche sitzen

Hintergrund: Bewegung ist gesund, klar. Nun soll aber das Gegenteil, also sich nicht zu bewegen, sogar krank machen. Das ist in der Tat alles andere als eine gute Nachricht, denn im Durchschnitt verbringt jeder Erwachsene nahezu die Hälfte des Tages im Sitzen.

Fakten: Aber warum ist Sitzen so ungesund? Es schwächt die Muskulatur, beeinträchtigt den Stoffwechsel, führt so in der Regel zu Übergewicht und daraus resultierenden Krankheiten wie Herzproblemen. Eine US-Untersuchung am Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge hat zudem gezeigt, dass regelmäßiges langes Sitzen sich ungünstig auf den Bauchumfang, die Body-Mass-Index (BMI) und die Blutfettwerte auswirkt. All das lässt sich nicht aussitzen.

Fazit: Mit einem Bürojob sitzen Sie im wahrsten Sinne des Wortes in der Klemme. Wer sich zu lange auf den vier Buchstaben ausruht, bremst seinen Stoffwechsel aus. Folge kann unter anderem ein hoher Triglycerid-Spiegel und ein geringer HDL-Cholesterinwert im Blut sein – beides wäre äußerst nachteilig. Eine Beobachtungsstudie unter 120 000 US-Amerikanern kam zu dem Ergebnis, dass Männer, die täglich 6 oder mehr Stunden im Sitzen verbringen, ein 20 Prozent höheres Risiko tragen, infolge von Herz- Kreislauf-Problemen zu sterben (bei den Frauen waren es sogar 40 Prozent). Ein Tipp: Alle 30 Minuten aufstehen und 5 Minuten gehen, das tut Ihnen gut – solange Sie nicht für eine Rauchpause vor die Tür gehen.   RISIKO-FAKTOR 5/10

 

FLEISCH-VERZEHR – Schwein gehabt

Hintergrund: Weg mit dem Speck, das ist das Ziel – zumindest, was ihren eigenen Körper betrifft. Aber auf Bratwurst, Schnitzel und Steak verzichten? Niemals! Doch es gibt zahlreiche Hinweise, dass rotes Fleisch von Lamm, Rind und Schwein viel mehr Schaden anrichten kann, als lediglich auf die Wampe zu schlagen.

Fakten: Als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Verzehr von rotem Fleisch eingestuft. Damit bildet es eine Gruppe mit Asbest und Tabak. Ganz besonders sei dabei Fleisch, das unter hohen Temperaturen zubereitet wird: Dabei entsteht Schädliches wie heterozyklische aromatische Amine und die polyzyklischen Kohlenwasserstoffe (PAK).

Fazit: Aber das ist beileibe nicht das einzige Fleisch-Problem: Schon länger ist bekannt, dass industriellen Verarbeitungsmethoden wie Salzen, Pökeln oder Räuchern zur Haltbarmachung von Schinken und Würsten ein hohes Potenzial zur Gesundheitsschädigung innewohnt. Unbehandeltes Fleisch gilt als deutlich weniger gefährlich. Es wird dennoch empfohlen pro Woche generell nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren zu essen. Die Österreicher liegen aber deutlich über diesen Wert. Männer konsumieren dabei noch mehr Fleisch als Frauen. Sie müssen der Fleischeslust ja nicht gänzlich abschwören. Aber testen Sie beispielsweise schonendere Garmethoden. Lesen Sie das Kleingedruckte auf den Wurstverpackungen durch und probieren Sie mal vegetarische Würste – sie sind mittlerweile köstlich und im Geschmack fast identisch mit ihren fleischigen Kollegen. Es ist halt nicht alles Wurst!   RISIKO-FAKTOR 4/10