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Diabetes: Sterberisiko bei nächtlichem Blutdruckanstieg erhöht

Verdoppeltes Sterberisiko bei nächtlichem Blutdruckanstieg

(29.9.2021) - Ein nächtlicher Anstieg des Blutdrucks scheint laut einer aktuellen Studie das Risiko eines vorzeitigen Todes bei Menschen mit Diabetes deutlich zu erhöhen. Mittels eines Screenings auf abnormale nächtliche Blutdruckwerte und gegebenenfalls eingeleiteten Gegenmaßnahmen könnte demnach die Lebenserwartung der Diabetikerinnen und Diabetiker unter Umständen entsprechend verlängert werden.

Die derzeit laufenden Hypertension Scientific Sessions 2021 der American Heart Association dienen dem wissenschaftlichen Austausch über die jüngsten Fortschritte in der Forschung zu Bluthochdruck und dessen Zusammenhängen mit Herz- und Nierenerkrankungen, Schlaganfällen, Fettleibigkeit und der Genetik. Aktuell haben die Fachleute auch den Zusammenhang zwischen nächtlichen Veränderungen des Blutdrucks und dem Sterberisiko bei Menschen mit Diabetes anhand neuster Studienergebnisse diskutiert.

Blutdruck sollte nachts sinken

Normalerweise sinkt der Blutdruck während des Schlafs und wenn der Blutdruck während der Nacht nicht ausreichend sinkt, ist dies als abnormales Blutdruckmuster zu bewerten. Gleiches gilt, wenn der Blutdruck nachts im Vergleich zu den Tageswerten ansteigt. Diese abnormalen Blutdruckmuster werden mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen und einen vorzeitigen Tod bei Erwachsenen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht, berichtet die American Heart Association (AHA).

Risiken abnormaler nächtlicher Blutdruckwerte

So haben Studien bereits gezeigt, dass ein unzureichendes Absinken des Blutdrucks in der Nacht mit Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei gesunden Menschen sowie bei Menschen mit Bluthochdruck und Diabetes in Verbindung steht, berichtet Dr. Martina Chiriacò von der Universität Pisa (Italien) in einer Pressemitteilung der AHA. Jedoch seien die langfristigen Auswirkungen auf die Sterblichkeit nach wie vor unklar geblieben und es gebe nur wenige Informationen über die Folgen eines nächtlichen Blutdruckanstiegs.

„Wir wollten diese beiden Aspekte untersuchen, um herauszufinden, ob veränderte Blutdruckmuster das Sterberisiko bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes vorhersagen können“, erläutert Dr. Chiriacò den Ansatz der Studie, die auf der Fachtagung vorgestellt wurde. Die Forschenden untersuchten dabei auch die Rolle der Herzfrequenzvariabilität (Zeitabstände zwischen den einzelnen Herzschlägen).

„Eine niedrige Herzfrequenzvariabilität wird mit einem schlechteren Gesundheitszustand bei Menschen mit Herzinsuffizienz in Verbindung gebracht und erhöht das Risiko einer koronaren Herzkrankheit in der Allgemeinbevölkerung“, berichtet die Studienleiterin. Bisher seien die Informationen über den Zusammenhang zwischen einer geringeren Herzfrequenzvariabilität und der Sterblichkeit bei Menschen mit Diabetes jedoch sehr begrenzt.

349 Erwachsene mit Diabetes untersucht

Die Forschenden untersuchten anhand von 349 Erwachsenen mit Diabetes die Zusammenhänge zwischen nächtlichen Blutdruckveränderungen, Herzfrequenzvariabilität und Todesfällen. Von den Teilnehmenden litten 82 Prozent an Bluthochdruck und 73 Prozent wiesen trotz der Einnahme blutdrucksenkender Medikamente einen unkontrollierten Bluthochdruck auf. Während der 21-jährigen Nachbeobachtungszeit gab es 136 Todesfälle.

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