Diabetes: Plädoyer für eine individualisierte Ernährungstherapie
Was ist besser bei Typ-2-Diabetes: „Low Carb“ oder „Low Fat“? Studiendaten dazu sind nicht eindeutig. Die Befunde sprechen für einen individualisierten Ansatz.
(15.3.2021) - Wie gelingt eine Gewichtsabnahme am besten? Darüber streiten sich, in einem fast schon ideologischen Kampf, die Anhänger einer Fett-reduzierten (Low Fat) mit Anhängern einer Kohlenhydrat-reduzierten (Low Carb) Ernährung. Die Low-Fat-Anhänger führen den hohen Kaloriengehalt von Fett an. Sie vertrauen darauf, dass der erste Satz der Thermodynamik – die Energie eines abgeschlossenen Systems ist konstant – auch für den Stoffwechsel des Menschen gilt. Die Low-Carb-Anhänger messen jedoch hormonellen Faktoren beim Abnehmen eine größere Bedeutung zu als reinem Kalorienzählen.
Eine aktuelle Studie liefert hier keine eindeutigen Ergebnisse (Nat Med. 2021; online 21. Januar). Darin haben Forscher 20 junge und leicht übergewichtige gesunde Probanden vier Wochen stationär in einem Stoffwechsellabor untersucht. Die Probanden wurden in eine Low-Fat- oder eine Low-Carb-Gruppe randomisiert und bekamen für je 14 Tage zuerst die eine und anschließend die andere Kost „ad libitum“.
Ergebnisse: Der primäre Endpunkt war die Kalorienaufnahme, die bei der Low-Fat-Gruppe signifikant niedriger lag. Bei der Gewichtsabnahme gab es in dem Kurzzeitexperiment keine Unterschiede, wobei Teilnehmer der Low-Carb-Gruppe schneller Gewicht verloren. Dies wurde auf die Reduktion wasser-bindenden Glykogens bei Low-Carb-Ernährung zurückgeführt. Bei der Analyse der Körperzusammensetzung punktete hingegen die Low-Fat-Gruppe mit stärkerer Abnahme von Körperfett. Low Carb zeigte bei den metabolischen Parametern eine signifikante Reduktion von Blutglukose- und Insulinspiegeln.





