Diabetes: Neuer Wirkstoff verhindert Zelltod, Entzündungen und Organschäden
Komplikationen bei Diabetes mit neuem Ansatz vermeiden
Ein experimenteller Wirkstoff reduziert die Komplikationen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes, indem er hilft, die typischen Folgen der Erkrankung zu verhindern: Zelltod, Entzündungen und Organschäden. Dies könnte zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlung genutzt werden.
(29.11.2021) - In einer aktuellen Untersuchung unter Beteiligung von Forschenden der NYU Grossman School of Medicine wurde an Mäusen festgestellt, dass eine neuartige Klasse von Verbindungen die Fähigkeit eines Proteins mit der Bezeichnung RAGE blockiert, Entzündungssignale weiterzuleiten, welche bei Diabetes Herz und Nieren schädigen und die Heilung diabetischer Wunden verlangsamen. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Science Translational Medicine“ veröffentlicht.
Rolle des Immunsystems bei Diabetes
Die Ergebnisse beziehen sich auf das körpereigene Immunsystem, welches normalerweise in den Körper eindringende Bakterien und Viren erkennt und diese vernichtet. Eine Aktivierung dieses Systems ist mit Entzündungen und Reaktionen wie Schwellungen und Schmerzen verbunden, welche sich aus dem Eindringen von Immunzellen in Infektions- oder Verletzungsherde ergeben, erläutern die Forschenden. Es gebe viele Erkrankungen, beispielsweise auch Diabetes, welche mit einer fehlgeleiteten Entzündung einhergehen, die das Gewebe schädigt, fügen die Fachleute hinzu.
RAGE229 reduziert Komplikationen bei Diabetes
Experimente an menschlichen Zellen und Mausmodellen haben laut dem Team ergeben, dass die Leitsubstanz der Studie, RAGE229, die kurz- und langfristigen Komplikationen von Diabetes deutlich reduziert.
„Unsere Ergebnisse etablieren das molekulare Gerüst von RAGE229 als Grundlage für einen neuen Ansatz, der auf intrazelluläre RAGE-Aktionen abzielt, um diabetischen Gewebeschäden entgegenzuwirken”, erläutert Studienautorin Dr. Ann Marie Schmidt von der NYU Grossman School of Medicine in einer Pressemitteilung.
Die Medizinerin fügt hinzu, dass durch weitere Verfeinerungen RAGE229 und seine Abkömmlinge ein großes Potenzial haben, vorhandene Lücken in der Behandlung von Diabetes zu schließen, schon alleine, weil die meisten aktuellen Medikamente nur gegen Typ-2-Diabetes wirken.
Rolle von Insulin bei Diabetes
Laut dem Team gehen viele Erklärungen für Diabetes davon aus, dass Ernährung und Alter (Typ 2) oder genetische Unterschiede (Typ 1) die Wirkung oder Produktion des Hormons Insulin reduzieren. Dieses Hormon sei dafür bekannt, dass es den Blutzuckerspiegel in Schach hält, nachdem der Körper durch Mahlzeiten mit Energie versorgt wurde.
Entzündungsschäden durch hohen Blutzucker
Auch sei bekannt, dass ein hoher Blutzuckerspiegel sogenannte Entzündungsschäden verursacht. Trotzdem habe frühere Forschung gezeigt, dass Mechanismen, welche bei beiden Typen von Diabetes zu einem späteren Zeitpunkt auftreten und bei beiden gemeinsam sind, von neuen möglichen Arzneimitteln separat angegangen werden könnten.





