Diabetes: Fortschritt bei Behandlung von Herzschwäche
Neues Ziel für die Reparatur geschädigter Herzen
(1.3.2022) - Schon länger bekannt ist, dass Menschen die an Diabetes leiden, ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. So tritt bei ihnen etwa Herzschwäche (Herzinsuffizienz) häufiger auf. Forschende aus Großbritannien berichten nun über ein neues Ziel für die Reparatur geschädigter Herzen bei Zuckerkranken.
Laut einer neuen, in der Fachzeitschrift „Diabetologia“ veröffentlichten Studie unter Leitung der University of Bristol könnten Medikamente, die Schäden an einer gelartigen Schicht in den winzigen Blutgefäßen des Herzens reparieren, eine dringend benötigte Behandlung für Herzinsuffizienz bei Menschen mit Diabetes darstellen.
Kleine Blutgefäße des Herzens beschädigt
Wie in einer aktuellen Mitteilung erklärt wird, kleidet diese gelartige Schicht – Glykokalyx genannt – das Innere der Blutgefäße aus und wirkt wie ein Sieb, um zu regulieren, wie Nährstoffe vom Blut zum Herzen und zu anderen Geweben im Körper gelangen.
Im Rahmen der Studie untersuchten Professor Simon Satchell, Dr. Yan Qiu und ihr Team von der University of Bristol Mäuse mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes und entdeckten, dass die Glykokalyx in den kleinen Blutgefäßen des Herzens beschädigt wurde.
Sie fanden heraus, dass dieser Schaden mit einer erhöhten Flüssigkeitsbewegung in die Herzwände einherging, was zu Schwellungen und erhöhter Steifheit des Herzmuskels führte. Dies verhinderte, dass sich das Herz zwischen den Schlägen richtig entspannte, was bedeutete, dass das Herz das Blut nicht effektiv durch den Körper pumpen konnte.
Rasche Verbesserung
Um zu sehen, ob die Reparatur der Glykokalyx die Herzfunktion verbessert, erhielten diabetische Mäuse eine Substanz namens Angiopoietin 1, von der bekannt ist, dass sie die Glykokalyx wiederherstellt.
Drei Stunden nach der Behandlung stellten die Forschenden fest, dass die Bedeckung und Dicke der Glykokalyx in den Blutgefäßen zugenommen hatte. Als sie sich die Ultraschalluntersuchungen des Herzens ansahen, zeigte sich auch eine Verbesserung der Fähigkeit, sich zwischen den Schlägen zu entspannen.
Weitere Untersuchungen erforderlich
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind nun einen Schritt näher gekommen, um besser zu verstehen, warum manche Menschen mit Diabetes eine Herzschwäche entwickeln, für die es keine Heilung gibt.





