Diabetes: Erhöhtes Risiko für Erektionsstörungen
Unterschiede der Erektionsstörungen zischen den Diabetes-Subtypen
(22.2.2022) - Es ist schon länger bekannt, dass es bei Männern, die an Diabetes leiden, zu einer erektilen Dysfunktion kommen kann. Eine Studie belegt jetzt, dass die neuen Diabetes-Subtypen einen unterschiedlichen Einfluss auf die Erektionsstörungen haben.
Bei zuckerkranken Männern treten häufig auch Störungen der Sexualfunktion auf. Laut Fachleuten erlebt fast jeder zweite Diabetiker im Verlauf seiner Krankheit derartige Schwierigkeiten. Forschende berichten nun über Unterschiede der erektilen Dysfunktion zwischen den neuen Subtypen des Diabetes.
- Eine Untersuchung hat festgestellt, dass Diabetes das Risiko für Erektionsstörungen bei Männern erhöht.
- Es gibt auch Unterschiede in deren Auftreten zwischen den verschiedenen Diabetes-Subtypen.
- Vor allem zwei Subtypen sollten gezielt auf erektile Funktionsstörungen untersucht werden.
Erektile Funktionsstörungen bei Typ-2-Diabetes häufiger
Wie es in einer aktuellen Mitteilung des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) heißt, kann es bei Männern mit zunehmendem Alter zu erektilen Funktionsstörungen kommen. Eine Diabetes-Erkrankung kann dieses Risiko zusätzlich erhöhen.
Die Tatsache, dass erektile Funktionsstörungen bei Typ-2-Diabetes öfter auftreten als bei Typ-1-Diabetes, weckte nun das Interesse der Forschenden am DDZ.
Es sollte überprüft werden, wie häufig Erektionsstörungen in den neuen Subtypen des Diabetes sind und welche Rückschlüsse sich daraus für etwaige Behandlungen ziehen lassen.
Fünf Subtypen
In der Wissenschaft setzt sich mittlerweile immer mehr die Ansicht durch, dass es nicht einfach nur den Typ-1 und Typ-2-Diabetes gibt, sondern fünf Subtypen, die sich zum Teil gravierend in ihren Auswirkungen bei Betroffenen unterscheiden können. Den Fachleuten zufolge können diese fünf Subtypen wie folgt eingeteilt werden:
- Schwerer Autoimmun-Diabetes (SAID); entspricht dem klassischen Typ-1-Diabetes
- Schwerer Insulinmangel-betonter Diabetes (SIDD)
- Schwerer Insulinresistenz-betonter Diabetes (SIRD)
- Moderater Übergewichtsdiabetes (MOD)
- Moderater Altersdiabetes (MARD)
„Menschen mit einem Insulinmangel-betonten Diabetes zeigen beispielsweise häufiger ein gestörtes Schmerzempfinden wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Händen und Füßen, während Personen mit schwerem insulinresistenten Diabetes ein höheres Risiko für Leber- und Nierenerkrankungen aufweisen“, erläutert Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Vorstand des DDZ.
„Ziel unserer neuen Untersuchung war es daher, die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion in diesen fünf Subtypen des Diabetes zu charakterisieren.“
Dazu wurden im Rahmen der Deutschen Diabetes-Studie über 350 Männer im Alter von 18 bis 69 Jahren mit neu diagnostiziertem Diabetes untersucht. Als Kontrollgruppe wurden zusätzlich 124 Männer aus dieser Studie ohne Diabetes mitaufgenommen.





