Diabetes beschleunigt Alterung des Gehirns und kognitiven Abbau erheblich
Die mit dem Alter voranschreitende natürliche Alterung des Gehirns wird durch Typ-2-Diabetes um etwa 26 Prozent beschleunigt. Dies kann weitreichende Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten von Menschen mit Typ-2-Diabetes im Alter haben.
(30.5.2022) - In einer neuen Studie unter der Beteiligung von Fachleuten der Stony Brook University wurde untersucht, in welchem Ausmaß Typ-2-Diabetes zu neurobiologischen und kognitiven Defiziten führt und wie sich dies mit natürlichen Alterungseffekten überschneidet. Die Ergebnisse wurden in dem Fachblatt „eLife“ publiziert.
Daten der UK Biobank wurden ausgewertet
Die Forschenden charakterisierten zunächst sogenannte neurokognitive Effekte in einer großen Kohorte von menschlichen Teilnehmenden aus der UK Biobank. Als nächste bewerteten sie das Ausmaß der Überlappung zwischen Typ-2-Diabetes und den altersbedingten Effekten.
Die so erzielten Ergebnisse wurden dann durch Meta-Analysen von veröffentlichten Studien mit kognitiven Tests oder Neuroimaging-Messungen für Menschen mit Typ-2-Diabetes und gesunde Kontrollpersonen ergänzt, so die Fachleute.
Einfluss von Metformin wurde berücksichtigt
Zusätzlich untersuchte die Forschungsgruppe in einer Kohorte von Menschen mit diagnostiziertem Typ-2-Diabetes anhand von Daten der UK Biobank, wie die sogenannte Chronizität der Erkrankung und eine Behandlung mit Metformin mit den identifizierten neurokognitiven Effekten interagieren.
Schnellere Neurodegeneration bei Typ-2-Diabetes
Das Team berichtet, dass Typ-2-Diabetes einem ähnlichen Muster der Neurodegeneration folgt wie es bei der natürlichen Alterung der Fall ist und eine wichtige Erkenntnis aus der Datenanalyse sei, dass selbst die typische Hirnalterung Veränderungen in der Glukoseregulierung des Gehirns durch Insulin widerspiegeln kann.
Sowohl die natürliche Alterung als auch Typ-2-Diabetes sind mit Veränderungen der exekutiven Funktionen verbunden, wie beispielsweise dem Arbeitsgedächtnis, Lernen und flexiblem Denken, berichten die Forschenden. Zusätzlich verändere sich auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns.
Schnellerer Abbau der Exekutivfunktionen bei Diabetes
Es gab allerdings einen entscheidenden Unterschied: Bei Menschen mit Diabetes nahmen die Exekutivfunktionen über die altersbedingten Effekte hinaus um weitere 13,1 Prozent ab, zusätzlich reduzierte sich auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit um weitere 6,7 Prozent, verglichen mit Menschen gleichen Alters ohne Typ-2-Diabetes, so die Fachleute.





