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Diabetes: Bei Typ-1-Verdacht empfehlen Experten eine Stufendiagnostik

Antikörper, Gentests und C-Peptid-Messungen erleichtern korrekte Diagnose

Ein Typ-1-Diabetes manifestiert sich häufig erst im Erwachsenenalter und wird dann oft fälschlicherweise als Typ 2 eingeordnet. Mit der passenden Stufendiagnostik lässt sich dieser Fehler vermeiden.

(10.2.2022) - Typisch für den autoimmun bedingten Typ-1-Diabetes ist das Zusammentreffen von Durst mit Polydipsie, vermehrter Harnausscheidung und Gewichtsverlust. Aber längst nicht alle Patienten leiden bereits zum Zeitpunkt der Erstkonsultation an dieser klassischen Symptomtrias. Besonders schwierig ist die Differenzierung vom Typ 2 bei übergewichtigen jungen Erwachsenen und Älteren mit niedrigem oder normalem BMI. Darüber hinaus gibt es diverse weitere Verwechslungsmöglichkeiten von der hereditären Stoffwechselstörung bis zum Karzinom.

Jung, schlank und hohe Glukosewerte

Ein einzelner klinischer Parameter, mit dessen Hilfe sich der Typ 1 nachweisen ließe, ist bisher nicht bekannt, heißt es in einem Konsensus-Statement der europäischen und US-amerikanischen Fachgesellschaften für Diabetes (EASD und ADA*). Den wichtigsten Anhaltspunkt liefert das zumeist jüngere Alter der Patienten (< 35 Jahre), vor allem wenn ein niedriger BMI (< 25 kg/m2), unbeabsichtigter Gewichtsverlust und stark erhöhte Glukosewerte (> 360 mg/dl) zusammenkommen. Die früher als pathognomonisch angesehene Ketoazidose tritt (seltener) auch beim Typ 2 auf. Zur genaueren Abklärung von Patienten mit Typ-1-Verdacht empfehlen die Experten eine Stufendiagnostik.

An erster Stelle steht dabei die Fahndung nach spezifischen Autoantikörpern, und zwar primär solchen, die sich gegen die Glutamat-Decarboxylase (GAD) der Inselzellen richten. Bei negativem Ergebnis folgt ein Test auf Autoantikörper gegen die Tyrosinphosphatase 2 (IA2) bzw. den Zinktransporter 8 (ZnT8). Die früher übliche Bestimmung von Inselzellantikörpern (ICA) im Ganzen hat sich als nicht präzise genug erwiesen.

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