Der Hype um den Hypo

Warum niedrige Blutzuckerwerte nicht nur kurzfristig ein Problem sind
Von Bettina Blanc-Kauffmann
Schlimme Schweißausbrüche, epileptische Körperregungen, Seh- und Sprachstörungen, aber auch Fahrigkeit, Fressgelüste auf alles, Verwirrtheit oder Kribbeln auf Lippen und Zunge sind die unmittelbaren und argen Ergebnisse einer UNTERZuckerung.
Meistens unternimmt man dabei selbst etwas oder aber es wird einem von lieben Verwandten oder guten Freunden bei starker Verwirrtheit auch Fruchtsaft, Traubenzucker oder Honig angeboten.
Klar ist: eine Hypoglykämie (kurz. Hypo) mit Bewusstlosigkeit ist nur noch mit einer Glucagonspritze behebbar.
Je nachdem wie lang und heftig: nach einiger Zeit können wir Diabetiker aber wieder völlig funktionstüchtig agieren.
ABER: WAS PASSIERT IN UNSEREM KÖRPER BEI HÄUFIGEN HYPOS?
Wer dieses Phänomen schon kennen gelernt hat, weiß, dass sich der Herzschlag erhöht, die Stresshormone ausgeschüttet werden, manche Körperregionen mit dem wichtigen „Zucker“- Treibstoff unterversorgt sind und daher auch Schädigungen begünstigt werden.
Beim internationalen Kongress für Diabetes in Berlin (EASD 1.-5.Okt.18) wurden in vielen Vorträgen von FachärztInnen mehrfach darauf hingewiesen, dass bei einer langen Diabetesdauer und häufigen Unterzuckerungen ebenfalls das Risiko eines Herzinfarkts steigen kann!
Jetzt werden daher Ärzte/Innen auch darauf hingewiesen, Patienten/Innen nach der Häufigkeit ihrer Unterzuckerungen zu fragen.
Was aber auch heißt, wenn man als Diabetiker nicht gefragt wird, man es selber erzählen sollte, damit so bald als möglich eine Therapieveränderung für weniger Hypoglykämien vorgenommen werden kann!!