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Cholesterinsenker: Nebenwirkungen bei Statinen vermeiden

Statine sind Cholesterinsenker und schützen deshalb vor Arteriosklerose, koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfall. Sie erhöhen aber auch das Diabetes-Risiko um 38 Prozent und können weitere Nebenwirkungen auslösen.

(12.4.2022) - Cholesterinsenker zählen weltweit zu den meistverkauften Medikamenten. In Deutschland werden vor allem Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Statine eingesetzt. Präparate wie Atorvastatin oder Rosuvastatin senken den Cholesterinspiegel im Blut. So wird das Risiko für die Entstehung von Arteriosklerose, koronaren Herzerkrankungen und Schlaganfällen nachweislich reduziert. Denn erhöhte LDL-Cholesterinwerte gelten als wichtigste Risikofaktoren für diese Erkrankungen. Eine häufige Nebenwirkung ist jedoch Diabetes, denn Statine erhöhen den Blutzuckerspiegel.

Statine erhöhen das Diabetes-Risiko

Zu Diabetes kann die Einnahme von Statinen führen, weil sie die Insulinausschüttung in der Bauchspeicheldrüse vermindern können. Dann kommt weniger Insulin in den Muskelzellen an, der Blutzuckerspiegel steigt und der Körper legt den nicht verbrauchten Zucker als Fettreserve an. Das fördert die Entstehung der Zuckerkrankheit.

Eine Studie aus den Niederlanden mit Menschen zwischen 55 und 75 Jahren hat gezeigt, dass diejenigen, die Statine einnahmen, ein um 38 Prozent höheres Diabetes-Risiko hatten.

Das bedeutet: Wenn das Risiko eines Menschen, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken, bei fünf Prozent liegt, erhöht es sich durch die Einnahme von Statinen auf etwa 6,5 bis 7 Prozent. Gleichzeitig senken die Medikamente das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Risiko durch Blutfettsenker individuell abwägen

Ob eine Therapie mit Statinen trotz der möglichen Nebenwirkungen sinnvoll ist, hängt vom individuellen Risikoprofil der Erkrankten ab:

  • Gibt es Vorerkrankungen in der Familie, Anzeichen von Arteriosklerose oder weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck?
  • Auch wer bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hat, braucht zur Vorbeugung meist Statine.

In der Regel ist die Wirksamkeit der Statine wichtiger als das Diabetes-Risiko, das sich durch Sport und gesunde Ernährung begrenzen lässt. Wichtig ist jedoch, den Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren zu lassen.

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