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Bluthochdruck und Diabetes: Neuer Risikofaktor entdeckt

Gutartiger Tumor erhöht Risiko für Diabetes und Hypertonie

(4.1.2022) - Rund jede zehnte Person entwickelt im Laufe des Lebens einen gutartigen Tumor, der mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck (Hypertonie) in Verbindung steht. Offenbar führt der Knoten in den Drüsen der Nebennieren zu einer Überproduktion von Hormonen.

Forschende der University of Birmingham (England) zeigten im Rahmen der bislang umfassendsten Untersuchung zu dem Thema, dass ein weit verbreiteter gutartiger Tumor in den Nebennieren-Drüsen zu einer Überproduktion von Hormonen führt. Kritisch dabei sei vor allem die vermehrte Produktion des Stresssteroidhormons Cortisol, wodurch sich das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck erhöhe. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem renommierten Fachjournal „Annals of Internal Medicine“ präsentiert.

Nebennieren-Inzidentalom führt zur Cortisol-Überproduktion

Bereits frühere Studien deuteten darauf hin, dass bei Nebennierenrindenkarzinomen überschüssiges Cortisol produziert wird. In der aktuellen Untersuchung identifizierte die Arbeitsgruppe, dass ein gutartiger Tumor, der als Nebennieren-Inzidentalom bezeichnet wird, für eine erhöhte Produktion des Stresshormons verantwortlich ist. Das dauerhaft erhöhte Cortisol-Niveau wird in der Medizin als „Mild Autonomous Cortisol Secretion (MACS)“ bezeichnet und ist mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Hypertonie und Typ-2-Diabetes verbunden.

Überproduktion von Cortisol weiter verbreitet als gedacht

Die Forschenden analysierten die Nieren und die Cortisol-Produktion von über 1.3000 Teilnehmenden und bewerteten ihr Risiko für Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Dabei zeigte sich, dass der als MACS bezeichnete Zustand viel weiter verbreitet ist als bislang angenommen. Rund jede zweite Person, die ein Nebenniereninzidentalom aufweist, hatte auch eine überschießende Produktion von Hormonen, insbesondere Cortisol. Besonders häufig waren Frauen im Alter von über 50 Jahren betroffen. Diese Gruppe stellt einen Anteil von rund 70 Prozent.

Aufgrund der Ergebnisse schätzen die Forschenden nun, dass bis zu 1,3 Millionen Erwachsene in Großbritannien unter MACS leiden. Vor allem für Frauen in der Menopause könnte dies ein wichtiger und bislang übersehener Faktor der Stoffwechselgesundheit darstellen. Die Arbeitsgruppe fordert daher, dies stärker zu berücksichtigen.

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