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Bei Kardio- und Nephrologen wächst das Interesse an Antidiabetika

Neue Insulinpräparate und nasales Gukagon zur Hypoglykämie-Notfalltherapie kamen 2020 auf den Markt. Für Aufsehen haben auch die Antidiabetika mit Herz- und Nierenschutz gesorgt.

Die Therapie bei Typ-2-Diabetes ist im Umbruch: Bei der Wahl des Antidiabetikums stehen außer der Blutzuckersenkung zunehmend auch Herz- und Nierenschutz im Vordergrund. In großen Studien mit SGLT2-Hemmern und GLP-1-Agonisten waren in den vergangenen Jahren unerwartet starke kardio- und nephroprotektive Effekte belegt worden. Die Substanzen wurden daher in Leitlinien zu Typ-2-Diabetes stark aufgewertet.

Aus der Gruppe der herz- und nierenschützenden Antidiabetika gibt es in Deutschland die SGLT2-Hemmer Empagliflozin sowie eingeschränkt Dapagliflozin (belegter Nutzen bei Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung). Zudem gehören die GLP-1-Agonisten Liraglutid und Dulaglutid dazu, und 2020 ist hier von Novo Nordisk neu das Semaglutid-Injektionspräparat Ozempic hinzugekommen.

Die Semaglutid-Tablette (Rybelsus) mit ähnlichen Effekten ist zwar in Europa bereits zugelassen, das Unternehmen hat sie aber noch nicht eingeführt. Das Präparat ist der erste orale GLP-1-Agonist und wurde mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis 2020 ausgezeichnet.

Neue Studien zu Dapa- und Empagliflozin

Auf die SGLT-2-Hemmer haben inzwischen auch Kardiologen und Nephrologen ein Auge geworfen. Denn die Substanzen wirken nach Studiendaten ebenso bei herz- oder nierenkranken Patienten ohne Diabetes. In der DAPA-CKD-Studie wurde mit Dapagliflozin (Forxiga) von AstraZeneca bei eingeschränkter Nierenfunktion die Progression der Nephropathie deutlich gebremst.

In der DAPA-HF-Studie gingen mit Dapagliflozin die Raten an Klinikeinweisungen wegen sich verschlechternder Herzinsuffizienz sowie die kardiovaskuläre Mortalität signifikant zurück. Das Präparat ist inzwischen zur Behandlung einer chronischen Herzinsuffizienz (HFrEF) bei Erwachsenen mit und ohne Typ-2-Diabetes in Europa zugelassen worden.

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