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Bald nur noch einmal in der Woche Insulin injizieren?

Nach ersten Studiendaten sind wöchentliche Injektionen mit dem Basalanalogon Insulin icodec täglichen Injektionen mit Insulin glargin ebenbürtig.

(Arlington, 1.7.2021) -  Nur noch 52 Mal im Jahr sein Basalinsulin injizieren: Das scheint bei Diabetes mit dem experimentellen Insulin icodec in greifbare Nähe gerückt. Nach erfolgreicher Phase II wurden die ersten von sechs geplanten Phase-III-Studien gestartet, wie Dr. Harpreet Bajaj vom Mount Sinai Hospital in Toronto bei einer Veranstaltung von Novo Nordisk während der virtuellen Tagung der American Diabetes Association berichtet hat.

Das Basalanalogon Icodec hat eine Halbwertszeit von 196 Stunden. Nach Injektion bindet es an Albumin und wird von dort langsam und kontinuierlich freigesetzt.

Effektivität und Verträglichkeit des ultralangwirksamen Analogons bei Typ-2-Diabetes haben Bajaj und seine Kollegen in einer multizentrischen Phase-II-Studie im Vergleich zu Glargin U100 geprüft. Die 154 Teilnehmer waren bisher mit Basalinsulin (täglich 10-50 Einheiten) unterschiedlich gut eingestellt (HbA1c 7 bis 10 Prozent).

Sie wurden nach dem Zufallsprinzip in drei etwa gleich große Gruppen über 16 Wochen behandelt. Zwei Gruppen wurden auf Icodec umgestellt: eine mit und eine ohne „loading dose“ (LD, doppelte Menge einer üblichen Wochendosis). Zudem gab es eine Kontrollgruppe mit täglichen Glargin-Injektionen (Diabetes Care 2021; online 19. April).

Keine Zunahme von Hypoglykämien

rgebnis: Die mittlere tägliche „Time in Range“ (TIR), das heißt, die Zeit im Blutzuckerzielbereich (70-180 mg/dl), betrug unter Icodec (mit LD) 72,9 Prozent, mit Icodec (non-LD) 66,0 Prozent und mit Glargin 65 Prozent. Icodec mit LD war damit Glargin statistisch signifikant überlegen.

Der HbA1c sank in der Zeit von im Schnitt 7,9 Prozent auf 7,1 Prozent (Icodec LD) sowie 7,4 Prozent (Icodec non-LD und Glargin). Die Raten von Hypoglykämien und anderen Nebenwirkungen unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht. „Die Umstellung wurde also gut toleriert und damit der Blutzucker gut kontrolliert“, so Bajaj,

Icodec wird nun in sechs Phase-III-Studien weiter geprüft. Novo Nordisk hofft, mit den Ergebnisse 2022 bei der FDA und der EMA die Zulassung beantragen zu können.

Quelle: https://www.aerztezeitung.de/