3D-Druck von Bauchspeicheldrüsen zur Diabetesforschung
(24.2.2021) - Das 3D-Druck-Unternehmen Readily3D nimmt mit sieben anderen Forschungseinrichtungen an dem Projekt ENLIGHT teil. Dabei wird Readily3D einen 3D-Biodrucker (Bioprinter) entwickeln, der die Herstellung von lebenden Bauchspeicheldrüsenmodellen ermöglichen soll. Die 3D-gedruckten Modelle soll eine verbesserte Erforschung von Diabetesmedikamenten unterstützen.
Gemeinsam sollen 3D-gedruckte Modelle menschlicher Bauchspeicheldrüsen realisiert werden. Diese sollen dabei helfen, Diabetesmedikamente besser untersuchen zu können. Das Unternehmen ist offizieller Bioprinter-Hersteller des Projekts und hat seine firmeneigene, kontaktlose, tomografische Beleuchtungstechnologie an die besonderen Bedürfnisse von Pankreasgewebestrukturen angepasst.
Details zum ENLIGHT-Projekt
Das ENLIGHT-Projekt erhielt vom Horizon 2020 Innovation Fund einen vierjährigen Zuschuss von insgesamt 3,6 Mio. EUR. Mit dem Geld sollen in den ersten drei Jahren funktionierende Pankreasmodelle entstehen. Die Modelle werden an der UMC Utrecht und EPFL gedruckt. Um das Projekt erfolgreich abschließen zu können, werden Forscher der ETH Zürich und der Universität Neapel sich um die benötigten spezialisierten Stammzellen kümmern.
Zur Realisierung funktionierender Pankreasmodelle wird Readily3D einen Bioprinter bereitstellen, der auf dem Tomolite 3D-Drucker des Unternehmens basiert. Dieser soll, wenn die Entwicklung klappt, lebende menschliche Zellstrukturen dank der Volumendrucktechnologie von Readily3D in weniger als 30 Sekunden in 3D drucken. Der schnelle Druck ist deswegen wichtig, da lebende Zellen zu lange Druckzeiten nicht überstehen.
3D-gedruckte Bauchspeicheldrüse statt Tierversuche
Die zweite Hürde besteht darin, dass den 3D-gedruckten Strukturen Signalmoleküle hinzugefügt werden müssen. Diese bestimmen, wie sich die Zellen unter externer Stimulation verhalten. Damit wird die Funktionalität der Zellen auf der Ebene der menschlichen Organe wiederhergestellt. Die Forscher können die Strukturen als Test-Bauchspeicheldrüse für die Diabetesforschung verwenden und benötigen keine Tierversuche.
3D-Druck in der Diabetesforschung
Viele Forscher haben sich bereits mit dem 3D-Druck auseinandergesetzt, um Diabetes besser behandeln zu können. An der University of Wollongong (UOW) in Australien hat ein Wissenschaftler einen Weg gesucht, mit dem 3D-Druck die Behandlung von Diabetes Typ1 zu verbessern. 2015 haben sich Forscher aus den Niederlanden mit dem Thema 3D-Druck und Diabetes beschäftigt und einen Weg zur besseren Behandlung der Erkrankung gesucht. Deutsche Forscher haben zudem 2016 3D-gedruckte Einlegesohlen für Diabetes-Patienten entwickelt.
Quelle: https://www.3d-grenzenlos.de/





